Archive for the ‘Yesss. Japan!’ Category

Platzproblem (2)

August 6, 2013
Japan vs Deutschland: Kondomi

Größenvergleich

Quizzfrage:

Was ist größer: Links, Japan, extra groß, oder Deutschland, normal?

Eine Antwort darauf kann ich natürlich leider nicht geben, denn ich weiß davon ja nichts. Habe das Foto nur von ’nem Freund von ’nem Freund von ’nem Freund.

Überhaupt, weiß ich gar nicht wozu diese komischen Luftballons da sind.

Platzproblem

Juli 20, 2013

Japan ist ja bekanntlich ein kleines Land. Daher gibt es auch nie genug Platz. Auch nicht in der geräumigen Abflughalle mit den vielen Sitzplätzen des Domestic-Departure Terminals von Haneda. Ich meine gerade mal ca. 80% der Sitzplätze waren zwischen den geräumigen Gängen frei. So lief ich verzweifelt herum und sucht FREIEN PLATZ.

Gottlob fand ich dann DAS SCHILD.

DAS SCHILD

Dies ist freier Platz. Bitte benutzen Sie ihn nach Belieben. 

Ich war wirklich, wirklich froh, daß mir das jemand auch mitteilte. Man stelle sich mal vor, was passiert wäre, wenn das Schild nicht da gewesen wäre! Ich meine, man kann ja nicht einfach irgendwo im Departure-Terminal seine Sachen hinstellen.

Wo kämen wir denn da hin!

Benutzter Freier Platz

Benutzter Freier Platz

Schnell wie ein Windhund sicherte ich mir den freien Platz und nutzte ihn!

Schon war der Tag wieder gerettet.

PS: W. beschwerte sich völlig zu recht, ich habe angekündigt, über japanisches Essen zu berichten und alles zu fotografieren und jetzt sei da gerade mal _ein_ Foto. Ich plante mehrere Postings mit Hilfe meiner zahlreich geschossenen Fotos, aber just nach dem ersten Posting kam ich nicht mehr zum Bloggen. Die Serie geht weiter!

Japanisches Essen

Juni 16, 2013

Ich hatte ja meine asiatische Frau bei ebay ersteigert [1], und nicht genau ins Kleingedruckte geguckt, wo etwas von „Nur an Selbstabholer“ stand. Also musste ich doch nochmal kurz rüberfliegen.

Allerdings nicht ohne zuvor mit ShifterShape97 und ncpfojoh mein blaues Wunder auf der Suche nach einem magischen Briefkasten in der Nähe der holländischen Grenze zu erleben. Und während des Mittagsessens beim Dönermann textete ich ununterbrochen die beiden mit Sätzen der Struktur „In Japan ist das ja irgendwie viel besser: Blbablabla“; unter anderem auch das Essen erwähnend.

Den Bauch mit sehr leckerem Döner vollgeschlagen im PKW sitzend, fragte ncpfojoh: „Was ist ’n so anders an japanischem Essen? Mehr Fisch und weniger Fleisch oder so?“.

Und da dachte ich wirklich: Wie erklärt man das jetzt so? Wie erklärt man als Einäugiger einem Blinden die Sonne?

Ich formulierte dann folgendes: „Jenseits von jeglichen Klischees gibt es in Deutschland wirklich leckeres Essen. Zum Beispiel der Dönerteller mit Pommes, Salat und Zaziki war ja schon richtig lecker. Leckeres Essen ist in Deutschland aber immer mit viel Fleisch und fett, und Essen ohne Fleisch und Fett ist meistens widerlich. Ich erinnere da nur so an Bratwurstersatztofuwürste und -schnitzel; ein Verbrechen am Tofu. In Japan gibt es halt Speisen, die man extrem lecker sind _und_ die gesund sind, so daß man seine täglichen Mahlzeiten darauf ausrichten kann. Zusätzlich gibt es aber natürlich genau den gleichen leckeren, ungesunden Kram wie bei uns auch.“

Und um das wirklich mal erklären zu können, habe ich während der Reise versucht, einen Großteil meiner Mahlzeiten zu fotografieren.

Zum Beispiel als ich nach über 30 Stunden Reise (diesmal über Dubai, aber darüber ein anderes Mal) völlig fertig in Miyazaki ankam, und durch drei Flugmahlzeiten auch keinen so großen Hunger mehr hatte, fuhren wir spontan in mein Lieblingssobarestaurant. Da gibt es dann als Mittagstisch so etwas:

DSC_0062

Also: Rechts Soba (Buchweizennudeln), rechts oben Tempura, daneben Salz für das Tempura, links eine sojasoßenähnliche Flüssigkeit zum Tunken der Nudeln. Komplett fleischlose Mahlzeit. Zudem gilt der Buchweizen als sehr gesund.

Ich will das jetzt auch nicht in den Himmel loben, z.B. ist das Tempura durchaus etwas fettig:

DSC_0065

Vorne links frittierte Lotoswurzel (Renkon), dahinter frittierte Aubergine und frittierter Kürbis, rechts frittierte Garnele.

Der eine oder andere wird jetzt rufen: „Da wird man doch nicht satt von!“ … aber das ist vielleicht auch der Grund, warum viele Mitbürger in Deutschland mit ihrem Gewicht kämpfen. Vom Nährwert auf jeden Fall reicht das obige völlig aus, und man fühlt sich auch nicht so voll nach dem Mittagessen.

Ein weiterer Punkt, der ganz schwierig nach Rückkehr nach DE für mich war, ist das unterschiedliche Kneipentourverhalten.

In Deutschland ist man ’nen Döner, und dann geht’s los in die Kneipe und Bierchen. Wobei ich ja glücklicherweise aus einer Gegend komme, wo es gleichermaßen das beste und grauenhafteste Bier Deutschlands gibt. In Japan gibt es diese Trennung Essen/Alkohol nicht… was ja gewissermaßen für die Verträglichkeit des letzterem auch durchaus sinnvoll ist. Da wird dann auch gern Essen serviert, was jetzt nicht gerade durch die Ernährungspolizei als gesund klassifiziert werden würde.

Darüber mehr im nächsten Eintrag.

[1] nicht wirklich, aber (sehr) vereinzelte Blicke mancher Mitbürger lassen mich vermuten, sie hätten diesen Eindruck.

Japaner heiraten leicht gemacht

Mai 18, 2013

Ich habe dazu mal ein Flowchart erstellt. Natürlich ohne jegliche Gewähr; aber vielleicht ist es dem einen oder anderen nützlich. Geht davon aus, daß man in Japan heiratet, und die Heirat in Deutschland beurkunden läßt.

Flowchart Heirat

Fazit: Japan ist ein Land mit funktionierender Bürokratie im Weberschen Sinne, Deutschland ist mittlerweile leider eine Bananenrepublik. Ganz ehrlich: Wenn ich manchmal meiner (Ex-)Freundin erklären musste, warum wir jetzt wieder mehrere Wochen warten müssen, habe ich mich wirklich für mein Land geschämt.

PS: PDF wird im Firefox-PDF-Reader nicht korrekt dargestellt.

Fazit

März 14, 2013

Ich nehme mit:

  1. Eine großartige Frau
  2. So gerade eben, und mit viel Biegen und Brechen, aber trotzdem: Einen Ph—fucking—D.
  3. Mehr Kenntnisse im Drehrumdiebolzenengineering, als ich je im meinem Elite-Uni-Diplomstudium bekommen habe
  4. JLPT N3 – aber N1 kommt, ist nur eine Frage der Zeit!
  5. Echte Freunde: Der französische Schweizer mit seiner Laissez-faire-Einstellung, der „mein Land geht unter, aber Scheiss drauf“ unerschütterliche Grieche, der „ich studiere das jetzt fertig, komme was wolle, aber lass uns erstmal yakiniku“-Japaner, der „Runde Super-Mario?“- Native-Englisch-Speaker Brunaier chinesischer Abstammung, $Prof und $Supervisor, die ich manchmal echt jetzt gern mit der Faust geschlagen hätte, aber denen ich so viel zu verdanken hab, die „München ist irgendwie total cool“-Chinesin, die Family der hzB, und und und…
  6. Ein tolles Land mit wunderschöner Landschaft, traumhaften Stränden und Gebirgen
  7. Onsen
  8. Izakaya
  9. Präfektur M
  10. Präfektur I
  11. Ebisu – Der dritte Mann
  12. Fahrradtour
  13. Family-Resutoran und Dorinku-Bar
  14. Gaman, Ganbaru und Shikata ga nai – Deutschland braucht mehr, Japan weniger
  15. Pünktliche Züge
  16. Essen. Das so viel viel viel besser ist, als alles, was man in Deutschland bekommt. Außer Natto.
  17. Selbstvertrauen

Jobs in Japan – Finding Your Niche

März 13, 2013

Please note the disclaimer.

Now, looking at the previous entries you can probably already guess why getting a position as seishain is quite unlikely for most foreigners. Besides cultural issues, there are formal hurdles to overcome. For example facing assessment centers, the Korean guy had problems to excel at group discussions in Japanese. „Doesn’t play so well with others…“ or something like that was their conclusion. Then there are the math and science questions; and if you have trouble answering them in your mother tongue, try to imagine how it is to read them in Japanese. Again there are exceptions from the rule. To give one example, I know from second hand experience that Google’s recruiting process is not so much different from other countries and will be conducted completely in English, if you prefer. Well at least if you apply for a technical position. But then again, Google is far from being a „typical“ Japanese company.

So what options are there, except something like cleaning up Fukushima?

Academics: That’s where I at least gained some experience. Compared to Germany, my impression is that much more effort and value is put upon research by the government. There’s a lot of money available. How this money is distributed and who’s gonna get it – well that’s another, very complicated story. But at least it’s there. Getting a monbusho- or JSPS-scholarship or getting a post-doc position is certainly possible, I’d say. The most important thing here is to have good connections to a Japanese host, or in general be well-connected within your particular research community. I personally know several scientists who successfully conducted research in Japan for a number of years. And conditions were certainly at least as good as, or in most cases even better, than in Germany.

But: FORGET ABOUT TENURE. I think that’s an important point, especially for long-term planning. At least I do not know a single scientist who made it to tenure. And I am not talking about English teachers, who will almost always be bullied at their universities after some years and forced to quit. I’m talking about the natural sciences and engineering here.

Now you can call out racism here, but actually it’s not that simple. Tenure at universities in Japan is a highly political game; actually very similar to Germany. Quite the opposite to the very transparent process of, say Oxford [1], or several top-notch US-universities [2]. Without the cultural background and good connections within the administration, obviously foreigners will have a difficult time in that regard. And even with the cultural background… one guy who absolutely dominated his field like almost no one else, is married to a Japanese women, has Japanese kids… well actually they are not really Japanese, aren’t they? They are only half! [3] … and all in all spent way more than ten years doing research in Japan, once said to me: At some point, career-wise, it was simply a dead-end. He is now tenured at a very renowned university in the US. His unit is very productive and leading in his area.

Actually, the question when you are (considered to be/treated like a) Japanese is something that puzzles me up until today. And while this might be getting slightly off-track here, it is certainly an issue that vastly affects your career chances. So, are you Japanese by blood? By that definition zainichi, buraku, Okinawan’s and probably Ainu wouldn’t be truly Japanese – their bloodlines are certainly different. But no Japanese person would ever consider someone from Okinawa not Japanese [11]. And even people from Okinawa, who do not agree with a lot of things that are decided in the mainland, would probably consider themselves almost always Japanese. Is it the language, then? Well, I knew a Japanese scientist who was born and raised in Japan, but apparently one of his parents was from India, so he had quite dark skin and curly hair. His native language was Japanese, and while he spoke English fluently, he did so with a thick Japanese accent. Other Japanese who did not know him would always mistake him for a foreigner at first. The truth is, in Japan you are Japanese if you look, act and speak (fluently, without any accent) Japanese. So if my friend, the Korean, does not reveal himself, he is Japanese. His Japanese is fluent enough to be indistinguishable from natives, and his looks are too. In this sense the Korean guy is more Japanese than the Japanese guy.

Oh, if the nettouyo is ever going to read this article, they’ll love it just for that statement, that’s for sure.

Shortly after coming to Japan, I was going to a post-office located near an elementary school once; children saw me, pointed fingers and started shouting „Gaijin! Gaijin!“. Granted, this was deep inaka, and the children certainly not meant it in a harmful way, but … I was just thinking, say I continue to live in Japan and have a child who has western features. Grows up in Japan, speaks Japanese better than German, walks near an elementary school, and … [6].

Back to topic. Jobs outside academia? Well, I’d say they always can be classified into one of the following categories:

  1. Having the function of representing something foreign. Say a company imports American machinery or is the local branch of an American company. Then customers certainly want to see that their products are „genuinely“ American. They want to see an American once in a while. That could be your job. Or a big company decides to become more „international“ (whatever that means). You’d be their „proof of international-ness“ (whatever that means).
  2. Being considered to be an „expert“ or having a talent that is considered to be impossible for a Japanese person to have. This covers ESL teachers, translators, etc., but is not necessarily tied to language skills. If you are a female with low morals, how about becoming Gaijin-tarento? On a more serious note, could be something in engineering. In fact, I’ve met several computer science majors who landed jobs in Japan. If you are an expert in $X-framework, your skills in the real-world language Japanese are less important than in the programming-language $X. In fact, it’s probably easier to land a well-paid job with a good skill set in engineering/sciences than with one in languages.
  3. Being an Expat. International companies however usually dispatch staff from overseas that has a longer experience with that particular company, and rarely hire directly in Japan. And if they do, they usually expect job experience. So, not really something if you’ve just graduated.

And then there are always the exceptions. Marutei Tsurunen, who was an ESL teacher before becoming a member of the upper house.

Oh, the irony…

Well, never say never. But the best chance of succeeding is probably when looking for something in category 2. However I have not met a single person, where I’d say: That guy really made a career here within the Japanese system, where you compete with other Japanese. Successful foreigner always found their niche. [7]

As for me personally, I thought a lot about all these things. Why bother with payment based mostly on seniority, with low initial wages, with the high cost of living, with the perspective of living in Tokyo (the only Japanese city I truly hate), and most importantly the long term prospects of (not) making a career in a Japanese company?

Well, it’s simple: Because Japan is awesome! It truly is. There are so many things that make life in Japan desirable, in a lot of ways life is incredible convenient, ordered, and enjoyable.

Is it worth it? Everyone has to decide for his own. For me, I came to the conclusion: It’s not worth it. Can’t really say anything right now, but even with choosing fun and interest over maximizing monetary return, I’ll probably make one and a half to twice of what I’d make in Japan. And that is without the cheaper cost of living [8]. Simply, the long term prospect of making a career and being able to provide for a family, even in troublesome times, made my decision. After all, Germany doesn’t suck [9].

[1] at least I’ve heard from one guy who was employed there that citation count and quality of research has a very high correspondence to getting tenure there.

[2] see [1]

[3] in case you are unsure about when a Japanese is a real Japanese, you can find a very precise diagram on what level of ancestry, i.e. blood, is required to be truly Japanese. [4] [5]

[4] I’m really sorry. I completely mixed something up here.

[5] Also really sorry about sneaking Godwin in here. ‚Happens sometimes. After all, I’m too near to the source.

[6] Not saying that there aren’t any issues in Germany. But someone with different skin color than white is definitely no sensation anymore. Several kids in my high-school class had different skin color, and at least for me, that was just a normal thing. Nothing you’d think much about. And that was roughly 15 years ago. I really can’t imagine school kids shouting „Foreigner! Foreigner!“ nowadays. Individual kids shouting racial slurs? Possible, though they’d probably get their fair share of „feedback“ from kids with a different standpoint.

[7] Difficult to compare to Germany. You’ll certainly face difficulties if you have black skin color or if your second name is like Ülcük but… all in all I’d say, German mainstream nowadays accepts that if you are willing to assimilate, you don’t need to be blond-haired and blue-eyed to be considered German. Where is Japan’s Philip Rösler? [10]

[8] When everything is finally set and fixed, I’ll probably write up a „what happened afterwards“.

[9] or does it?

[10] That’s a bad example I hear you say, because he is German and not Auslander – so what is my point? Well that’s exactly my point.

[11] actually, after writing up this article, I learned that this might not always be true.

Disclaimer

März 10, 2013

This is a disclaimer intended for the next following entries

This is a German blog intended for a German audience, and thus I originally wrote all the following entries in German. But then I remembered how I, especially when I was forced to decide on leaving or staying (or trying to stay) in Japan, yawned for true experience reports of foreigners that stayed in Japan for a longer period of time. Thus English it is, to broaden the potential audience. And moreover, everyone from kaigai speaks English anyway, right? [1]

Another disclaimer: After writing all this up, I noticed how negative it might sound. It’s not meant to be. It’s just a sum-up of my own personal experiences and impressions. I love Japan. And I hate Japan. My relation to Japan is like with a tragic love; you broke up but with her, since apparently there is no way you can really handle all her frickin‘ issues in everyday life. And yet you continue to be friends, deep down still having feelings, unrequited feelings of true love that is, and in one moment you curse her for all her craziness, only to flip over in the next moment, and, in admiration of her elegance and sheer beauty, descend in self regrets over ever splitting up with her in the first place.

Yup. That pretty much sums it up.

[1] You probably didn’t know, but there are actually only three (kinds of) countries in the world: The good, the bad, and the ugly.

Also known as Japan, China and Korea, and the kaigai.

Warum Akiba geiler ist als Deine Mom

März 9, 2013

Die meisten Menschen denken bei Akihabara an einen Platz mit häßlichen Menschen, die komische Dinge tun. Also ich habe jetzt mal gerade wahllos Akihabara in Youtube eingegeben, und dann findet man solche schlimmen Sachen. Aaah, und so süüüüüß. Puppen, Figuren, Maids, und der gesamte Schwachsinn.

Andere wiederum gehen nach Akihabara, sehen Yodobashi und BicCamera[1], und sagen: Ja toll, nichts besonderes, da hätte ich ja auch in mein BicCamera oder Yodobashi in einem anderen Stadtteil gehen können. Und sagen dann so Sachen wie „Akihabara ist auch nicht mehr das, was es mal war.“ und „statt Akihabara kann man auch einfach in den nächsten Elektronikmarkt gehen, die haben das gleiche.“

Nichts wäre mehr von der Wahrheit entfernt. Auch wenn der Stadtteil sicher Trends und Veränderungen (zum Negativen, immerhin gehen ja so Personen wie die oben im Video dorthin) unterliegt, ist Akihabara total geil, denn (und das raffen jetzt nur GOMler): Stell Dir vor es gäbe 100 Pals und Rosviettas, und Pal/Rosvietta #1 würden nur Schalter machen, Pal/Rosvietta #2 nur Widerstände, Pal/Rosvietta #3 nur  Transistoren … wir verstehen uns.

Daher, wenn man weiß, wo man hin muss … diese Atmosphäre ist sicher schwer zu vermitteln – und wenn man keine Interesse an dem ganzen Kram hat, vielleicht auch gar nicht. Aber für alle anderen sei hier gesagt, ihr glaubt nicht, WIE MEGACOOL DAS ALLES IST!!!11!!11elf. Ich meine, ich hasse Tokyo (nicht nur, aber auch wegen uneingenordeter Karten), aber diesen Teil Tokyos liebe ich.

Also worauf ich hinaus will: Neulich bin ich über folgende Videoplaylist[2][3] gestoßen. Und da waren durchaus einige Läden, die ich auch nicht kannte. Ich finde, es vermittelt einfach sehr sehr gut die „echte“ Atmosphäre in Akiba. Also, wer Interesse am Drehrumdiebolzenengineering & Co hat:

PS: Laut WordPress ist das mein 100tes Posting (ich habe nicht mitgezählt). Und alle so „yeah“ „おめでとうございます“

[1] Quasi so eine Art japanische MediaMarkts/Saturns mit netteren, aber ebenso inkompetenten Verkäufern

[2] Zur Klarstellung: Das Video ist nicht von mir erstellt, und ich kenne die Autoren auch nicht.

[3] GOMlern – ihr wisst schon, wer ihr seid – lege ich insbesondere Video #16, „Rocket Radio“ ans Herz.

Die Besteigung des Fujiyama[1]

August 11, 2012

Vor einiger Zeit nahm ich ein paar Japanischstunden zwecks Vorbereitung auf den JLPT. Die Lehrerin befragte mich zu meiner Ferienplanung, und ich erzählte von der geplanten Reise nach Izu, von den Stränden, von der hzB in leichter Badebekleidung, dem ultrateuren Luxusryokan inklusive Onsen in Izu, welches ich aufgrund eines Jaran-Deals zu einem unverschämt günstigen Preis bekam…

Also wir hatten unter der Woche gebucht, und die Japaner, die sich so ein Ryokan leisten können, arbeiten da.

Die Lehrerin war völlig entgeistert. Sie unterrichte mehrere Deutsche, und ausnahmslos, ob mit Familie, ob alleine, würden _alle_ wandern gehen. Ob ich denn nicht in Izu wandern wolle? Ob ich denn wirklich Deutscher sei?

Tja und ein so undeutsches Verhalten konnte ich nicht auf mir sitzen lassen, und, um meine Schandtaten gut zu machen und darüber hinaus noch ein bisschen Credit zu haben für den nächsten Sommerurlaub musste es der Fuji sein.

Zunächst die Vorbereitung. Noch nie ärgerte ich mich so, dass meine Wanderschuhe und Leki-Stöcke bei den Eltern im Keller waren, statt hier. Aber gute Schuhe und ein Minimum an Equipment sind Pflicht, und so ließen die Hzb und ich dann mal eben schlappe 40,000 Yen bei Alpen[2].

Auf ging es. Unsere Planung war, mit dem Bus um 16:50 von Shinjuku nach 5-Goume auf der Yoshidaroute zu fahren, dann auf der Yoshidaroute über Nacht aufzusteigen, Sonnenaufgang zu gucken, und runter auf der Fujinomiya und zurück nach Tokyo und chillen und gut.

Der Aufstieg

Zunächst war es empfindlich kalt auf 5-Goume. Ich hatte zwar kühle Temperaturen erwartet, aber hier waren wir “erst” auf 2300 Metern. Nachdem ich mich warm angekleidet hatte, hatte ich gar nicht mehr so viele Kleidungsstücke in Reserve im Rucksack. Für die hzB erstanden wir noch Flugs eine Mütze – zuvor hatten wir aufgegeben, im Hochsommer in Tokyo eine dicke Mütze zu zivilen Preisen zu bekommen. Die  Entscheidung eine zu kaufen erwies sich hinterher als goldrichtig. Und eine Flasche Sauerstoff kauften wir für 1100 Yen. Für den Notfall. Ebenfalls für den Notfall hätte ich wegen der Kälte noch gern’ eine Rettungsdecke gekauft, aber, ganz typisch japanisch, gab es allen Scheiss’ in dem Laden, Souvenirs, Omiyageboxen mit Original-Fujikeksen, Holzstöcke mit Japanflagge… aber keine Rettungsdecken.

Ich bin zwar schon in Österreich auf einigen 3000ern gewandert, aber der Fuji ist nochmal gut 700 Meter höher, und Österreich war vor mehr als zehn Jahren. Die hzB hatte ebenfalls keine Erfahrung mit so großen Höhen. Also ließen wir es langsam angehen und legten, diversen Ratgebern folgend, jede Stunde eine zehnminütige Pause ein. Der Aufstieg bis 7-Goume auf der Yosdhidaroute verlief relativ ereignislos. Der Weg war relativ breit, gut ausgebaut und einfach zu laufen. Trotz der Pausen waren wir ganz gut in der Zeit. Nach 7-Goume wurde der Weg dann allerdings unangenehm. Extrem steil und felsig, so daß man sich, teilweise auf allen vieren, hochhangelte. Zur Hilfe waren auch an den Rändern des Weges Ketten und Seile gespannt, an denen man sich festhalten konnte. Unsere Stöcke waren da eher hinderlich.

Auf 8-Goume legten wir noch eine kurze Pause ein. Die Höhe war jetzt für mich sehr deutlich zu spüren, ich war recht kurzatmig. Zudem wurde es empfindlich kalt. Die hzB kam mit der Höhe gottseidank besser klar. Ich zog jetzt meine “Reserve” an: Ich trug nun Funktionsunterwäsche, darüber ein langärmeliges Shirt, darüber einen dünner Pullover, darüber ein Lauftrikot, darüber ein dickes Sweatshirt und darüber eine winddichte Regenjacke. Kalt war mir trotzdem.

Ab jetzt ging die richtige Tortur los. Zahlreiche Reisegruppen waren am Vortag angereist, waren bis 7-Goume oder 8-Goume gekommen, hatten dort übernachtet und machten sich jetzt auf zum Ziel. Die Masse an Personen war erdrückend. Alle wollten rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben sein. Nicht nur in einem extrem langsamen Tempo liefen diese Gruppen los, sie blockierten auch den Weg völlig. Denn  der Weg war zwar ab 8-Goume nicht mehr so zerklüftet und felsig, sondern einfacher zu laufen. Aber leider auch extrem eng, so daß sich jetzt alles staute. Das Ganze erinnerte mich an Tokyo in der Rush-Hour. Einheizer (der Reisegruppen?) standen zwar an manchen Punkte und riefen die Tokyoter Regel aus “Links stehen (langsam gehen), rechts gehen”, aber der Weg war schlicht zu eng. Das führte zu zwei Problemen: Erstens konnte man nicht mehr sein eigenes Tempo gehen, was meinen Rhythmus völlig durcheinanderwarf. Zweitens wehte der Wind auf dieser Höhe extrem stark und eisig. So eisig, daß meine Ohren unter der dicken Skimütze anfingen kalt zu werden. So eisig, daß mein Körper anfing in den Wartephasen auszukühlen. Hätte die hzB jetzt wie ursprünglich eingeplant, die Kapuze ihrer Jacke anstatt einer richtigen Mütze genutzt…

Oben

Völlig entnervt und körperlich auf dem Zahnfleisch gehend kamen wir schließlich auf dem Gipfel an. Ganze 7,5 Stunden hatte wir für den Aufstieg gebraucht, den Großteil der Zeit dafür für die Strecke von 8-Goume bis zum Gipfel. Ich war völlig k.o. und wir setzten uns in eine der Hütten und tranken heißen Tee und Kakao für 400 Yen pro Dose.

fuji_sonnenaufgang

Glücklich stießen die hzB und ich an. Auf den Tag waren wir jetzt sechs Jahre zusammen. Keinen besseren Ort für unser Jubiläum hätte ich mir in dem Moment vorstellen können. Der Tee wärmte mich wieder etwas auf, und der beginnende Sonnenaufgang tat sein übriges.

Trotzdem machte mir die Höhe jetzt wirklich zu schaffen. Ich hatte starke Kopfschmerzen, war trotz der großen Anstrengung appetitlos und mir war leicht übel. Ich fror. Der Wind wehte kalt und stark. Wenn man Papiergeld aus dem Portemonnaie holte, musste man extrem vorsichtig sein. Ein Fehlgriff und das Papiergeld wäre einfach weg (geweht) gewesen. Die eisige Luft schmerzte in den Lungen, ich musste ständig husten und meine Nase lief ununterbrochen. Eigentlich wollte ich so schnell wie möglich wieder runter und Höhe verlieren, aber…

wir sind ja in Japan. Also galt es die Pflichtübungen zu erfüllen. Postkarten gekauft, um den halben Krater herum zum Postamt, Schlange gestanden, Briefmarken gekauft, Schlange gestanden, Postkarten eingeworfen, weiter zu Kengamine, dem höchsten Punkt am Krater, Schlange stehen, Foto und zurück.

Ich japste wie ein Terrier im Hochsommer, beschloss, daß jetzt ein Notfall war, und nahm ein paar Züge aus der Sauerstoffdose. Das brachte ein wenig Besserung, allerdings wohl hauptsächlich psychisch.

Wir waren im Vorfeld nicht ganz sicher, welche Route wir runter nehmen sollten. Wir hatten ursprünglich an Fujinomiya gedacht, da diese recht kurz ist. Zudem beginnt der Abstieg nahe am Postamt; ich wollte nicht nochmal um den halben Krater herumlaufen. Aber die Gotembaroute war ebenfalls nahe. Die ist zwar recht lang, aber ich erinnerte mich ganz grob an Tabibitos Bericht seines Aufstiegs. Herunterlaufen konnte man? Und wir hatten ja Stöcke, und dass zügige Herunterlaufen von steinigen Berggipfel mit Stöcken kannte ich noch aus den Alpen. Also den Mann am Klohäuschen gefragt, und der meinte: Ja, Gotembaroute kann man richtig laufen (rennen), ist dann in zwei Stunden zu schaffen, kein Problem.

Der Abstieg

Ich wollte jetzt runter. Kräftemäßig war ich wirklich am Ende, mein Kopf schmerzte, und mir war richtig übel. Die Gotembaroute fing vielversprechend an. Der Abstieg und die Landschaft erinnerten mich an Berggipfel an den Alpen, und wir verloren zügig Höhenmeter. Doch mir wurde immer schlechter. Kurz vor 8-Goume erreichte ich dann meine ganz persönliche IKS[3] und übergab mich hingebungsvoll am  Wegesrand.

Ich hatte erwartet, daß sich der Weg so fortsetzt und daß die jetzige Landschaft jenes Geröllfeld ist, von dem Tabibito in seinem Posting sprach, aber ab 7-Goume kam dann die (negative) Überraschung. Hier setzte die Mondlandschaft ein. Stöcke waren hier völlig nutzlos. Laufen hätte man können, ja, wenn man über die notwendige Oberschenkelmuskulatur und Kondition zu diesem Zeitpunkt verfügt hätte. Ich war völlig k.o., und durch die Kotzerei auch ziemlich dehydriert.

5-Goume der Gotembaroute liegt auf 1400 Metern. Die Gotembaroute ist also die längste. Und es zog sich hin. Und zog sich. Und zog sich.

Sehr staubig kamen wir endlich am Fuße des Berges an. Der  erschrockene Blick auf die Uhr: 5 Stunden hatten wir für den Abstieg gebraucht. Glücklicherweise kam zeitnah ein Bus, der uns zum Bahnhof brachte, und von dort fuhr ein weiterer Bus nach Shinjuku zurück.

Was ich gelernt habe

Gutes Schuhwerk ist notwendig, am Besten hohe Wanderschuhe. Die Yoshidaroute ist zwar praktisch weil einfach mit dem Bus zu erreichen. Aus genau diesem Grund würde ich diese Route aber auch in Zukunft meiden, sie ist einfach zu überfüllt. Die Gotembaroute würde ich, sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg, grundsätzlich vermeiden, außer man mag eintönige Mondlandschaften die sich endlos hinziehen. Dicke Kleidung ist wichtig, vor allen Dingen dicke Mützen. Stöcke sind (je nach Route) nützlich, der alberne Holzstock mit Klingel und japanischer Fahne, der auf 5-Goume verkauft wird, ist dagegen ein Touristengimmick und eher Last als Hilfe. Handschuhe sind wichtig, zum einen um sich in felsigem Terrain abzustützen (Yoshida zwischen 7-Goume und 8-Goume), und auch weil es auf dem Gipfel eisig ist. Ein Wanderrucksack, der daß Gepäck gut auf den Rücken verteilt ist Gold wert. Ich hatte einen normalen Rucksack mit, und der war sehr unangenehm zu tragen. Zuletzt empfehlen die meisten Reiseführer mindestens zwei Liter Wasser mit hinaufzutragen. Ich würde beim nächsten Mal wohl eher die Hälfte mitnehmen, und bei den zahlreichen Stationen zwischendurch einfach die 400 Yen für eine 0,5l Flasche Wasser bezahlen. Am Ende trank ich doch nicht so viel und trug einen Liter wieder mit hinunter.

Und nicht zuletzt: Tabibitos Bericht lesend dachte ich, daß wird schon klappen. Ich glaube nicht, daß ich besonders unsportlich bin. Trotzdem brachte mich das wirklich körperlich an die Grenze. Ich denke seine beeindruckenden Zeiten ergeben sich daraus, daß er a) über eine sehr gute körperliche Verfassung verfügt und b) recht gute Wetterverhältnisse hatte. Quasi als Warnung hier: Auch von Laien zu schaffen, aber doch eine Herausforderung. Zu mindestens für mich.

[1] Falls D. hier mitliest: Das Fujiyamalama habe ich nicht gesehen.

[2] Alpen ist in Japan quasi das Walmart der Wanderer.

[3] Läuferjargon. IKS = Individuelle Kotz-Schwelle, in Anlehnung an die IAS, die Individuelle Anaerobe Schwelle

Lady Kaga

Juni 3, 2012

Beim Reisen in der Golden-Week stieß ich über diese Werbung. Die Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, ich fotografierte das Bild in einer von Neonlicht gefluteten Unterführung mit meinem Mobiltelefon.

lady_kaga

Im ersten Moment habe ich ehrlich gesagt den Witz nicht verstanden, bis ich von der hzB über aktuelle Entwicklungen in der Popkultur aufgeklärt wurde. Für die in Popkultur, aber nicht in Hokuriku bewanderten Leser sei hingewiesen, daß dies eine Werbung für Kaga Onsen ist, die Damen haben sich am gleichnamigen Bahnhof zum Foto versammelt. Näheres auch hier.

Update: Es gibt auch ein Video.