Archive for the ‘Sprache’ Category

Japanisch

Juli 6, 2012

Obwohl ich schon vier Jahre in Japan lebe, spreche ich fast kein Japanisch.

Da, es ist raus.

Vor ungefähr zwei(?) Jahren habe ich den JLPT N3 bestanden, und danach habe ich kaum Fortschritte gemacht. Das habe ich deutlich gemerkt, als ich mich vor ein paar Tagen an Level N2 versuchte. Klar, Hörverständnis ging, aber bei Grammatik und Kanji konnte ich fast nichts verstehen.

Wenn man das so sagt, zieht man meist den geballten Hass von interessierten Kosmopoliten (insbesondere denen, die noch nie im Ausland gelebt haben) aus Deutschland auf sich – weil, man integriert sich ja nicht – und auch den der anderen Ausländer in Japan. Zum Beispiel ätzt ZoomingJapan in diesem Artikel ein wenig über Ausländer in Japan, die kein oder kaum Japanisch sprechen. Sie schreibt:

I don’t understand those people who have been here for much longer than [I am] but only speak basic Japanese if at all.

In Japanbeobachtungen schreibt hanayagi Ähnliches über Herrn Neumann[1]:

Wie kann man nach so vielen Jahren in Japan (im Buch schrieb er von sechs Jahren, aber seit dem ist schon eine Weile vergangen) so schlecht Japanisch sprechen?

Bevor ich weiter schreibe muss ich einen Disclaimer vorschicken: Ich hege absolut keinen persönlichen Groll gegen die beiden und hoffe sie fühlen sich nicht angepisst oder so. Falls dem so ist, ist mein Angebot, falls in Tokyo verweilend, beide mal wahlweise auf ein Bier oder Kaffee und Kuchen einzuladen. Weiter im Text.

Ich beschreibe mal, wie so etwas passieren kann. Es gibt dafür mehrere Gründe.

1.) Mein Ziel: Ich bin nicht nach Japan gekommen, um Japanisch zu lernen, ich bin nach Japan gekommen um zu promovieren. Japanisch zu lernen ist sicherlich ein Sekundärziel, aber im Zweifelsfall hat die “richtige Arbeit” Promotion immer Vorrang vor dem Hobby Japanisch.

2.) Die Umgebung: In Japan ist eine Promotion absolut unüblich, wenn man nicht eine wissenschaftliche Karriere anstrebt. Sogar ein Master ist unüblich. Gesellschaftlich habe ich auch nicht den Eindruck, daß mit einer Promotion irgendwie Ansehen verbunden ist. Gut, in Deutschland geht das sicherlich zu weit und führt zu so Auswüchsen wie bei Herrn Dr. von und zu Guttenberg, aber in Japan hatte ich oft Mühe zu erklären, was ich überhaupt tue. Doktor? Also Mediziner? Nein, eine Promotion. Doktor Nakamats, mh? Oft hatte ich den Eindruck, bei meinem Gegenüber manifestiert sich eine Vorstellung von Gariben, von “Langzeitstudent” und auch ein bisschen “faule Sau”. In Japan ist man als Student, auch als Promotionsstudent nicht shakkaijin. Ich kannte den Ausdruck nicht, als die hzB dies sagte, schlug den Begriff im Wörterbuch nach, und das führte dann an dem Abend zu gewissem Streit, denn ich kochte erstmal vor Wut.

Mit anderen Worten: Japanische Studenten waren zu 90% fachlich ziemlich schwach und mäßig motiviert, und mein (japanischer) Prof hatte auf solche Leute keinen Bock in seinem Labor. Zu meiner Zeit hatten wir _einen_ japanischen Studenten, und als der graduierte, bestand das ganze Labor aus Ausländern.

Die Arbeitssprache war daher Englisch. Aber selbst wenn Japaner da gewesen wären, wäre die Arbeitssprache immer noch Englisch gewesen. Zu viele Fachbegriffe existieren weder auf Japanisch noch auf Deutsch, und selbst wenn wir Gäste aus Deutschland, aus Österreich oder aus der Schweiz dahatten, habe ich oft mit denen auf Englisch, oder aus einem wilden Mix aus Deutsch und Englisch geredet. Schlicht, weil einem einfach die Worte fehlen. Ich war also gewissermaßen tagtäglich in einer englischsprachigen Umgebung isoliert.

3.) Die Umgebung (räumlich). Die Universität war mitten in der Pampa, totales Inaka. Gut, fast alle Japaner sagen bei der Frage nach Ihrer Herkunft “Inaka”, wenn sie nicht gerade aus den Regionen Tokyo oder Kansai kommen, aber um das ganze etwas zu verdeutlichen: Um den nächsten Konbini mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, musste ich 15 Minuten mit dem Bus zum Bahnhof (also nicht JR, sondern Bimmelbahn) fahren, dann drei Stationen (15 Minuten) mit dem Zug, dann zehn Minuten zu Fuss gehen und zack, schon war ich bei dem nächstgelegenen Lawson. Aus Kostengründen wohnte ich im Studentenwohnheim auf dem Campus, zusammengepfercht mit den anderen Ausländern. Es hatte ein wenig die Atmosphäre eines Ghettos. Dort habe ich von jeder Gruppe der folgenden Nationalitäten wirklich nette Personen kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Allerdings habe ich auch gelernt, größere Ansammlungen von Chinesen, Vietnamesen und Thais zu hassen und zu meiden – viele von denen empfand ich als stark asozial, und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes [2]. Kurzum, ich war also nicht nur sprachlich isoliert, sondern auch räumlich und sozial, und es war schlicht gar nicht so einfach aus diesem “Ghetto” herauszukommen.

4.) Zeit: Mein Tagesablauf bestand darin morgens, sagen wir gegen 10:00 aufzustehen, ins Büro zu gehen und dort zu arbeiten bis tief in die Nacht. Nach der Heimkehr ist Leere im Kopf. Natürlich _könnte_ man sich dann noch hinsetzen und Kanji und Grammatik pauken, aber nach einer anstrengenden Suche nach einem Beweis oder einem Gegenbeispiel, nach einer Codingsession will man einfach nur noch abschalten.

Ich habe mich bemüht da ‘rauszukommen. Ich habe mich bemüht den “Englischclub”, also die Ausländer die rein auf Englisch kommunizieren und jegliches Interesse an Japanisch vermissen lassen zu meiden. Ich bin zwar auch in Deutschland nie jemand gewesen, den man auf eine Party einlädt, damit da Stimmung reinkommt und hatte nie tausend Bekannte und dafür nur eine Handvoll gute Freunde, aber die Zeit in Japan ist mit die einsamste meines Lebens gewesen.

Ich habe versucht mich mit den wenigen Ausländern zu umgeben, die fließend Japanisch sprechen und gegen Ende hin habe ich ein paar der vereinzelten japanischen Doktoranden kennengelernt. Trotzdem würde ich sagen, es gibt, nach all der Zeit vielleicht eine japanische Person, die ich als Freund bezeichnen würde. Und die Person gilt, so glaube ich, auch in der japanischen Gesellschaft als etwas komisch. Der Rest sind  Bekannte bei denen man Meue und Meshita beachten muss, und das ist alles total nervtötend, man kann da nicht entspannt abhängen, geschweige denn nimmt man etwas Japanisch mit.

An der Uni gab es zwar auch Japanischkurse, aber zum einen hatte ich dafür wirklich keine Zeit (Seminare etc. gingen vor und überlappten oft), zum anderen waren die Lehrer dort Part-timer und unterrichteten Japanisch so wie … Mathematik. Reden tat da nur der Lehrer. Erinnerte mich ein wenig an den Lateinunterricht in der Schule; und ich bin mir ziemlich sicher,  daß Englischunterricht in Japan ganz ähnlich abläuft. Kurz: Man lernt nichts dabei. Ansonsten hatte die Uni auch nicht wirklich Interesse den Ausländern zu helfen sich zu integrieren, ich hatte mehr den Eindruck die Hauptaufgabe der Abteilung für internationale Studenten bestand darin diese zu kontrollieren[3].

Am Wochenende bin ich daher immer nach K-Stadt gefahren, einfach um aus diesem Ghetto rauszukommen und habe Privatunterricht genommen. Das hat mich im Monat locker 20000 Yen gekostet, aber das ist der Grund, warum ich überhaupt auf Level N3 gekommen bin. Aber irgendwann war dann von der Promotion her so viel Stress, daß ich auch oft am Wochenende im Büro war um irgendwelche Experimente laufen zu lassen, oder Dinge für die nächste Woche vorzubereiten. Da war ich dann einfach froh wenn ich Zeit hatte abzuschalten und habe den Unterricht sein lassen.

Es ging nicht nur mir so. Die Ausländer, die Japanisch konnten, die konnten das meist schon bevor sie nach Japan gekommen sind. Viele von denen haben aber dann Ihr Studium nicht so ganz auf die Reihe bekommen, da sie halt fachlich zu wenig drauf hatten. Diejenigen, insbesondere die Mathematiker, die fachlich wirklich gut waren sprachen meist gar kein Japanisch oder auf einem ähnlichen Niveau wie meiner einer.

ZoomingJapan schreibt weiter (über mit Japanerinnen verheiratete Ausländer):

They have a Japanese wife at home. They have a perfect setting for studying and progressing fast, but they prefer to use English with their wives because “it’s easier” … yeah, easier for them!!!!!

Nun, auch wenn die hzB in Tokyo wohnte und das ganze in unserem Fall eine Fernbeziehung war, so kann ich doch sagen: So funktioniert das nicht. In der Kommunikation wählt man im Zweifelsfall immer das größte gemeinsame Vielfache, und wenn das Englisch oder Deutsch ist, dann spricht man das. Es gibt genug Probleme in einer internationalen Beziehung und auch in der Kommunikation als das man sich dann auch noch mit der Sprache abmühen will. Kurzum: Ich kenne niemanden bei dem es geklappt hat von seinem Partner eine Fremdsprache zu lernen. Egal in welcher Fremdsprachenkombination.

In der Summe: Ich schäme mich natürlich ein bisschen für meine mangelnden Kenntnisse, insbesondere wenn ich Ausländer erlebe, die sich fließend und elegant auf Japanisch unterhalten können. Ich sehe dann, daß ich noch sehr sehr viel vor mir habe. Aber auf der anderen Seite kann ich mir wirklich nicht vorwerfen mich nicht genug bemüht, oder zu gleichgültig gehandelt zu haben. Ich werde natürlich weiter lernen und hoffentlich auch irgendwann in der Lage sein, flüssig zu sprechen, aber…

am Ende sind die Gründe, warum viele Ausländer in Japan die Sprache nur unzureichend beherrschen doch sehr vielfältig, und pauschal Faulheit und/oder Gleichgültigkeit zu unterstellen ist definitiv fehlerhaft.

[1] Allerdings ist Herr Neumann sowieso so ein Fall für sich, da er ja selbsterklärter Experte für Japan ist und auch fortwährend als solcher in diversen Medien auftritt.

[2] Mit dieser Meinung stand ich nicht alleine da. Verschiedensten Personen aus verschiedensten (allerdings fast immer entwickelten) Ländern ging es genauso.

[3] Und so wie sich manche Ausländergruppen sich verhielten, wohl auch nicht ohne Grund.

*edit* ein paar Tippfehler und Formulierungen

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Lady Kaga

Juni 3, 2012

Beim Reisen in der Golden-Week stieß ich über diese Werbung. Die Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, ich fotografierte das Bild in einer von Neonlicht gefluteten Unterführung mit meinem Mobiltelefon.

lady_kaga

Im ersten Moment habe ich ehrlich gesagt den Witz nicht verstanden, bis ich von der hzB über aktuelle Entwicklungen in der Popkultur aufgeklärt wurde. Für die in Popkultur, aber nicht in Hokuriku bewanderten Leser sei hingewiesen, daß dies eine Werbung für Kaga Onsen ist, die Damen haben sich am gleichnamigen Bahnhof zum Foto versammelt. Näheres auch hier.

Update: Es gibt auch ein Video.

Japanisch-deutsche und Deutsch-japanische Wörterbücher: Teil 3 (EPWING)

März 2, 2010

Jetzt wird es interessant. Für die Techniker, Technologen. Für die anderen sei an dieser Stelle gesagt, daß nach diesem Teil erstmal Schluss ist; es wird dann auch wieder nicht-technische Postings über Japan geben.

Ein Industriekonsortium japanischer Firmen hat sich irgendwann in den 90ern, als CD-ROMs ’ne große Sache wurden, zusammengesetzt, und einen elektronischen Wörterbuchstandart [1] beschlossen, namens EPWING.

Es gibt EPWING-Versionen verschiedenster Wörterbücher, unter anderem zahlreiche Japanisch-Englische Wörterbücher; hier die Übersicht, und hier ein paar amazon-Links: z.B. Kenkyusha, nochmal Kenkyusha, oder Genius (zum Vergleich, nach zumindestens grobem Überblick ist auf den meisten Denshi-Jishous eine Version von Genius, allerdings oft abgespeckt; man möge mich da ggf. korrigieren)

Aber auch einsprachige Wörterbücher gibt es in EPWING-Versionen, Koujien afaik nicht, jedoch das Daijirin. Ich bin mir nicht sicher, ob letzteres noch regulär im Verkauf ist – was allerdings kein Problem ist, aber dazu später.

Es gibt aber auch Wadokus und Dokuwas im EPWING-Format:

– des Crown Dokuwa (クラウン独和辞典) das sich auch auf dem Casio Denshi-Jishou und dem Sharp findet

– des Wadoku.de, hier

Das Crown Dokuwa findet sich einzeln für ca. 8000 Yen, z.B. hier (auch hier weiß ich nicht, ob das noch regulär verkauft wird… ich bin aber skeptisch, weil ich sowohl das o.g. Daijirin als auch das Crown in diesen Versionen noch in keiner Buchhandlung entdecken konnte…)

Und, und das ist das tolle und der interessante Teil dieser ganze Wörterbuchpostinggeschichte, es gibt eine Möglichkeit, sowohl das Crown Dokuwa als auch das Shin-Konsaizu Wadoku in einer EPWING Version zu bekommen, und zwar zusammen für schlappe 6000 Yen, japanischen, technikaffinen Fremdsprachenlernen sei Dank. Dazu muss man allerdings fummeln. Denn die beiden Wörterbücher werden auf CD in einem proprietären Format geliefert. Zusätzlich kann man auch das Daijirin in diesem proprietären Format für ca. 6000 Yen kaufen und konvertieren.

Zunächst als Warnung, Kauf und Konvertierung des Daijirin habe ich (noch) nicht erledigt, Crown & Shinkonsaizu funktionierten aber problemlos; und lt. untenstehenden Anleitung läuft die Konvertierung für das Daijirin analog.

Benötigt wird

– Diese CD für Jap/Deu und Deu/Jap bzw. diese für das Daijirin (zusätzlich ist noch ein Katakana-Wörterbuch wohl für Lehnwörter dabei). Jenes Jap/Eng, Eng/Jap funktioniert ebenfalls analog. Vom selben Verlag gibt es auch noch Jap/Fr+Fr/Jap, sowie, nun ja, eben alle Wörterbücher/Lexika, die hier unter 動作確認 aufgeführt sind.

– Ruby für Windows ( am Besten den Rundum-Sorglos-Installer)

– Eine Software, die das proprietäre Format der CD (BTONIC) in XML umwandelt, hier

– Eine Software, die die XML Dateien in ein erweitertes HTML-Format bringt, hier

– eine Software (ich nutzte die Version 1.69), die aus den speziellen HTML-Dateien ein EPWING – Wörterbuch backt, hier

(die unregistrierte Version reicht, es sei den man möchte auch nach Wörtern suchen, die auf ein bestimmtes Kanji enden oder ein bestimmtes Kanji in der Mitte enthalten … ich bin ohne ausgekommen, hat aber sichierlich je nach Verwendungszweck praktische Relevanz).

Wie man vorgeht, ist auf den entsprechenden Seiten ganz gut dokumentiert und sollte auch für technikaffine Leser, die Japanisch nicht so gut verstehen, nachvollziehbar sein. Umgekehrt bin ich mir nicht so sicher, aber hey, dann liest man auch nicht dieses Blog, gell? 🙂

hier die Schnellversion:

(getestet unter XP)

– System auf Japanisch umstellen, insbs. Japanisch für nicht-unicode Programme aktivieren, afaik irgendwo in

Systemsteuerung -> Regions- und Sprachoptionen -> Erweitert(?) -> Sprache für unicode-inkompatible Programme -> Gebietsschema auf Japanisch setzen (sorry, die genauen Begriffe sind mir entfallen und bin momentan unter Linux; unter Windows 7 zumindestens findet man die Option in der Systemsteuerung unter Region und Sprache, Tastaturen und Eingabemethoden ändern, Verwaltung)

– System auf 96 dpi stellen, in den Anzeigeoptionen (ist der voreingestellte Wert bei Windows, wenn man nicht irgendwo „große Schriftarten“ etc. eingestellt hat)

– Software von CD-ROM installieren

– Ruby installieren

– Zwei Ordner, z.B. C:xmldickonsaizu und C:xmldiccrown erstellen

– BTONIC2XML benutzen, z.B. entpacken nach c:bt2xml

DOS-Fenster auf, der Befehl sollte in etwa folgender sein:

ruby -Ks c:bt2xmlBTONIC2xml.rb „C:Program FilesSANSEIDO BTONIC ViewerCrownDECrownDE.exi“ c:xmldiccrown

und

ruby -Ks c:bt2xmlBTONIC2xml.rb „C:Program FilesSANSEIDO BTONIC ViewerConcJDConcJD.exi“ c:xmldickonsaizu

(also vom Prinzip her „ruby -Ks „scriptname“ „Quelle der entsprechenden .exi Datei“ „Zielordner“

(kann durchaus zusammen für beide Wörterbücher so eine gute halbe Stunde dauern)

– Man muss eine spezielle Ordnerstruktur erstellen und die erzeugten XML-Dateien sowie verschiedene Dateien vom SANSEIDO BTONIC Viewer – Ordner rüberkopieren. Wichtig ist auch, verschiedene png-Dateien in jpg umzuwandeln und, wenn man die Aussprachedateien mitkonvertieren will, die mp3s in wav umzuwandeln; die png’s müssen zwangsweise umgewandelt werden (in der Formatspezifikation müssen afaik auf japanischen Systemen nicht-darstellbare zeichen als Grafiken, sog. gaiji, vorliegen, sonst kann es seinn, daß verschiedene Reader später meckern); die Audiogeschichte ist optional – ich persönlich habe das nicht gemacht, weise hier aber nochmal ausdrüclich auf die Fußnote des letzten Postings hin.

Alle Schritte sind recht ausführlich hier dokumentiert. Die Schritte variieren je nach Wörterbuch, für die Crown und Konsaizu hält man sich an die Beschreibung für das Waei, abweichende Dinge sind im Link dokumentiert.

Ich spare mir mal weitere Details; ggf. gerne in den Comments fragen, falls was nicht klappt

– jetzt müssen die XML – Dateien in ein erweitertes HTML – Format zur Verwendung mit EBSTudio umgewandelt werden. Dazu ruft man die, zum entsprechenden Wörterbuch passenden Skriptdateien (also .bat) in der Kommandozeile auf. Im Falle des Crown Dokuwa also CrownDE.bat; im Falle des Konsaizu ConcJD.bat etc. (Dauert nochmal so ne gute halbe Stunde)

– Dann EBStudio benutzen, um je ein Wörterbuch im EPWING-Format zu bekommen. (Jeweils ein anderes Zielverzeichnis wählen!)

Die Einstellungen für EBStudio am Besten _genau_ so wählen wie bei obigem Link beschrieben und sonst keine weiteren Änderungen vornehmen. So hat es zumindestens hier funktioniert.

WIESO MACHE ICH DEN QUATSCH EIGENTLICH?

Guter Punkt. Zum jetzigen Zeitpunkt hat man nun mehrere Wörterbücher im EPWING – Format, z.B. in meinem Falle diese jene:

– Shin-konsaizu Wadoku

– Crown Dokuwa

– Wadoku.de Wadoku

ggf. kämen dann noch Waei, Eiwa, Daijirin etc. hinzu. Außerdem gibt es von fast allen Wörterbüchern, die es im Netz als Freeware gibt, EPWING Versionen, z.B. EDICT oder Kanjidic.

Und jetzts kommts (für alle die, die es nicht wissen):

EPWING Viewer gibt es nicht nur nahezu für _alle_ PC-Plattformen:

EBWin für Windows, Jamming für Mac, EBView für Linux (naja, technisch gesehen gibt es letzteres auch für Windows, aber es ist halt nicht so besonders, das GUI ist kryptisch, basiert auf Gnome und meckert bei der Wadoku.de EPWINGversion ständig über fehlende gaiji)

aber eben auch für alle möglichen Mobilplattformen:

iDic oder EBView/IPhone für das iPhone/iPod-Touch

Droidwing für Android

EBPocket für WindowsMobile

EBBerry für Blackberry

Natürlich müssen die Geräte auch Japanisch verstehen, für das iPhone und und Android sollte das nicht so ein großes Problem sein, für WindowsMobile gibt es zahlreiche Hacks; für Blackberry: Kein Plan, ich nehme an, man braucht das japanische Docomo-Blackberry, lasse mich aber gern eines besseren belehren.

Die meisten Viewer erlauben es, _parallel_ in allen Wörterbüchern gleichzeitig zu suchen. Desweiteren ist es kein Problem, gefundene Wörter nachzuschlagen, d.h. der Weg Deutsch -> Japanisch -> Lesung nachschlagen ist ein Kinderspiel.

Manche der Mobilplattformen erlauben es, japanische Handschrifterkennung nachzurüsten. Zudem kann man die EPWING Dateien, bei einem Update des Gerätes problemlos weiterbenutzen; parallel am PC und am Mobilgerät nutzen – einem Denshi-Jishou imho einfach überlegen. Und ein Mobiltelefon hat man meist wirklich immer dabei.

Hört Ihr das? Da im Hintergrund?

Genau, daß ist mein manisches Gelächter, muahahahahahahha, nein passender (Ende vorspulen), ich liebe es, wenn ein Hack funktioniert.

Ernsthaft hoffe ich jedoch, daß diese Informationen für den einen oder anderen nützlich sind. Hätte ich all diese Dinge vorher gewusst, also insbesondere daß es eine Möglichkeit gibt, wadoku.de mit einem halbwegs vernünftigen Dokuwa zu koppeln (Crown)[2], hätte ich wahrscheinlich damals kein Denshi-Jishou, welches jetzt doch nur in der Ecke liegt, gekauft.

[1] nene, das wird heutzutage so geschrieben, und ein bisschen mag ich es einfach, meine und Eure Augen zu quälen.

[2] naja, es gibt bessere Dokuwas als das Crown, aber Alternativen in digitaler Form sind nunmal entweder nicht vorhanden oder kommen nur in Form von Denshi-Jishous, wo dann aber wieder andere Wörterbücher, insbesondere Wadoku.de fehlen.

Japanisch-deutsche und Deutsch-japanische Wörterbücher: Teil 2 (Denshi-Jishous)

Februar 27, 2010

Sorry, das wirklich Interessante kommt erst in Teil 3 🙂

Von deutscher Seite gibt es genau ein Wörterbuch, ein Japanisch-Deutsches und wahrscheinlich ist jeder zu einem gewissen Punkt schon mal drüber gestolpert, ich rede von www.wadoku.de

Wadoku.de ist ein Communityprojekt und für Deutsche, die Japanisch lernen sehr sehr praktisch. Selten gab es Wörter, die ich im Wadoku.de nicht gefunden habe.

Für Japaner allerdings, ist es nur bedingt geeignet, da einfach grammatikalische Anmerkungen zu den deutschen Übersetzungen fehlen. In der neuesten Version sind oft Beispielsätze zur Verwendung der Vokabeln hinzugekommen, was schon durchaus hilft – es bleibt aber dabei, es ist in erster Hinsicht ein Projekt von deutschen Muttersprachlern für deutsche Muttersprachler.

Von deutschen Verlagen gibt es keine Japanisch-Wörterbücher in irgendeiner elektronischen Form. Das ist, wenn man vorher gewohnt ist, beim Englischlernen mit Wörterbüchern zugeworfen zu werden, zunächst etwas erstaunlich.

Ich kann mich daran erinnern, daß, als ich ca. 1994 mein CD-ROM, ein Mitsumi FX001D (das D steht für Double-Speed) kaufte, um Rebel Assault zu spielen (wie alle, die damals ein CD-ROM für den Computer kauften), kam sehr sehr schnell ein Deutsch-Englisches Wörterbuch hinzu. Lief unter DOS, war mit Copy&Paste etwas schwierig, aber immerhin.

Denshi-Jishous:

Denshi-Jishous sind kleine, PDA-oder Palm-ähnliche Geräte mit integrierten Wörterbüchern, können aber auch wirklich nur dafür verwendet werden. Meist ist ein Monochromdisplay verbaut und dementsprechend halten solche Geräte dann auch problemlos wochenlang mit einer Batterie- oder Akkuladung. Sie richten sich vornehmlich an Japaner, die Fremdsprachen lernen, daher ist die Menüoberfläche ganz in Japanisch gehalten. Manche haben ein kleines Touchpad mit japanischer Handschrifterkennung, was auch für deutsche Lernende, die ein unbekanntes Kanji nachschlagen wollen, interessant ist. Fast alle Denshi-Jishous haben außer der Übersicht unten auch noch umfangreiche Japanisch<->Englische Wörterbücher und Japanisch-Japanische Wörterbücher (meist eine, oft ältere oder abgespeckte, Version des Daijirin oder Koujien).

Denshi-Jishous sind nur in Japan erhältlich, Zwischenhändler verkaufen sie, meist zu unverschämt überhöhten Preisen, auch in Europa.

Was Deutsch<->Japanisch angeht, kommen genau drei Modelle in Frage:

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Seiko (ohne Handschrifterkennung), ca. 20.000 Yen

Wörterbuch: nur Deutsch->Japanisch, elektronische Version des im letzten Posting erwähnten 新アクセス独和辞典

EDIT 16.04.2010: Ich muss mich korrigieren. Auch ein recht gutes Wadoku ist enthalten. Das Wadoku ist vom Umfang her sogar (63000 Einträge) doppelt so groß, wie das in den anderen Denshi-Jishos enthaltene Shin-Konsaizu. Was die Wörterbücher angeht, spielt das Seiko als imho in der Oberliga und schlägt die anderen Modelle aufgrund des umfangreichen Wadokus. Schade, daß das Seiko kein Touchpad mit Handschrifterkennung hat.

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Sharp (mit Handschrifterkennung), ca. 23.000 Yen:

(+ Erweiterungskarte Deutsch – es gibt eine Version mit Sprachausgabe für deutsche Vokabeln und eine viel preiswertere ohne, für deutsche Muttersprachler ist aber wohl die Aussprache deutscher Wörter kein Problem) [1]

Japanisch Deutsch: digitalisierte Version des schon im letzten Teil erwähnten 新 コンサイス和独辞典 (Shin-Konzaisu Wadoku)

Deutsch Japanisch: digitalisierte Version des schon im letzten Teil genannten ク ラウン独和辞典(第3版) (Crown Dokuwa)

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Casio (mit Handschrifterkennung), ca. 45.000 Yen:

Außer den beiden o.g. Wörterbüchern des Sharps ein weiteres Dokuwa, die Papierversion war ebenfalls im letzten Posting erwähnt: 独 和大辞典 (単行本)

EDIT: das ist _wirklich_ groß. Inhaltlich kann ich nicht viel zu sagen, aber wahrscheinlich das Größte Dokuwa überhaupt, über 160.000 Einträge. Wie groß, ist mir erst aufgefallen, als ich bei Junkudo die gebundene Ausgabe „live“ gesehen habe. Kann man ohne Weiteres jemanden mit erschlagen. Schwierig für einen erwachsenen Mann, mit einer Hand zu halten, für eine Japanerin unmöglich. Für japanische Muttersprachler, die natürlich eher an Deutsch -> Japanisch interessiert sind, vielleicht das beste Denshi-Jishou.

—-

Ich persönlich halte nicht so viel von Denshi-Jishous. Es gibt genau ein elektronisches Gerät, was ich immer mit mir rumschleppe (mein Telefon), alles andere stört nur oder man hat es dann ja im Falle des Falls doch nicht eingepackt. Denshi – Jishous sind recht teuer (besonders in Europa) und können wirklich nur als Wörterbücher benutzt werden.

Zudem: Wenn man wirklich einen Text übersetzt oder lernt, sitzt man meistens doch zuhause in Reichweite eines Computers – mit einer vernünftigen Tastatur und einem echten Bildschirm, mit Copy & Paste und mit all den zusätzlichen Hilfen, die einem das Internet bietet.

Und, und das ist ein Hauptgrund: Wie man schon oben sieht, gibt es, außer dem Wadoku auf dem Seiko, genau eine elektronische Version eines Japanisch-Deutschen Wörterbuchs, nämlich das 新コンサイス和独辞典. Das enthält ca. 36000 Stichworte – viele zusammengesetzte Wörter stehen nicht darin, 36000 ist so gerade an der Grenze zur Nutzbarkeit. Aus Sicht eines deutschen Muttersprachlers, der Japanisch lernt, ist es imho wesentlich schlechter verglichen mit dem Wadoku.de.

Es gibt aber noch Alternativen was digitalisierte Wörterbücher angeht, nämlich das Hinzufügen von Wörterbüchern auf Mobilplattformen. Dazu mehr im nächsten Teil. Auf der anderen Seite ist die Handschrifterkennung japanischer Zeichen bei Denshi-Jishous von großem Vorteil. In Bezug auf das nächste Posting: Die einzige Mobilplattform, die daß hinreichend beherrscht, ist Windows Mobile (also das alte, für Windows Phone 7 ist alles völlig offen).

[1] Ich möchte jedoch allen Lesern stammend südlich des Weißwurstäquators (also Landesgrenze NRW) sowie des wilden Ostens (Sachsen, Thüringen) die Version mit Aussprachehilfe Deutsch ganz besonders ans Herz legen.

Japanisch-deutsche und Deutsch-japanische Wörterbücher

Februar 26, 2010

(Hinweis: Wenn ich Japanisch – Deutsch (oder wadoku) schreibe, meine ich ein Wörterbuch VON Japanisch NACH Deutsch, umgekehrt (dokuwa) von Deutsch NACH Japanisch. Die Richtung ist, mehr noch als z.B. bei Deutsch-Englisch wo man oft eine 1:1 Beziehung zwischen den Wörtern hat, von großer Bedeutung.)

Ich dachte ich mache mal ein Posting zu Wörterbüchern, ist ein Thema, das jeden Japanischlernenden zu irgendeinem Zeitpunkt irgendwann beschäftigt. Über Kommentare, Anmerkungen, auch zu Fehlern etc. freue ich mich und bitte um Posting in die Comments.

Zunächst mal: Es sieht recht düster aus. Fangen wir mal mit den klassischen Papierwälzern an. Wobei ich da eigentlich nicht viel zu schreiben möchte, denn mal im Ernst: Vom gelegentlichen Nachschauen mal abgesehen, sind Wörterbücher auf Papier fast nutzlos. Dauert einfach viel zu lange.

Von deutschen Verlagen gibt es genau zwei Wörterbücher überhaupt.

Zum einen das kleine gelbe Langenscheidt, das wohl jeder, der über diese Sprache gestolpert ist, besitzt. Es ist auch nicht schlecht, quasi Westentaschenformat (kleiner als die Handfläche eines Gaijins, also etwa doppelt so groß wie die Hand einer japanischen Frau), daher benutzbar auch unterwegs.

Allerdings: Der Umfang ist natürlich auch dementsprechend begrenzt.

Dann gibt es das „Große japanisch-deutsche Wörterbuch“. Ich liebe dieses Projekt. Es sollte ursprünglich glaube ich vor 5 Jahren erscheinen, im Moment sind sie bei Band 1: A-I. Band 1 kostet 280€. Mal abgesehen von der Frage, wer sich im Moment ein Wörterbuch nur von A-I kauft, freue ich mich schon sehr, wenn ich in 2030 dann die komplette Ausgabe in drei Bänden für schlappe 840 Euro kaufen kann.

Eine elektronische Ausgabe ist, was man so durch Japanologiestudenten, die irgendwie nah an der Quelle sind, so hört, ausdrücklich nicht geplant.

Ich persönliche finde das eine tolle Idee, dieser neumodische Elektronikkrimskrams, das bringt es doch eh‘ nicht, oldschool ruleZ! Den Vorteil bei Wörterbüchern sehe ich auch nicht, ich bin ja geschickt und schnell mit den Händen. Auch diese komischen Scheiben, da weiß ich bis heute nicht, ob man die jetzt auf 45 oder 33 abspielt. Ich krieg‘ da nie ’nen Ton raus.

Es gibt einige japanische Verlage, die sowohl Deutsch-Japanische, als auch Japanisch-Deutsche Wörterbücher herausbringen – manche werden nicht mehr verlegt. Eine gute Übersicht gibt es z.B. hier.

Die meisten von den dort genannten Büchern werden auch aktuell noch in Japan verkauft. Zumindestens der Schinzinger (unter Japanologen wohl sehr bekannt) wurde 2008 neu aufgelegt, ich weiß allerdings nicht, ob das auch inhaltliche Überarbeitungen betrifft.

Die hzB besitzt das Apollon – außer stark kontemporären Ausdrücken (Hasse ma‘ ’ne Kippe am Start?) haben wir da bisher eigentlich fast alles gefunden. Vom Apollon gibt es ebenfalls eine Neuauflage.

Hier mal die Links zu einigen Wörterbüchern auf amazon.co.jp (es empfiehlt sich imho auch mal die Preise von deutschen Importeuren mit der Direktbestellung bei amazon.co.jp zu vergleichen… oft kommt man tatsächlich preiswerter mit einer Bestellung in Japan hin).

Wadokus:

新装版 現代和独辞典 (Shinsouhan gendai wadoku jiten) (Schinzinger)

新コンサイス独和辞典 (Shin konsaizu dokuwa jiten)

Dokuwas:

アポロン独和辞典 (Apollon dokuwa jiten)

クラウン独和辞典 (Crown dokuwa jiten)

新現代独和辞典 (Shin gendai dokuwa jiten) (Schinzinger)

独和大辞典 (Dokuwa Daijiten)

アクセス独和辞典 (Akusesu Dokuwa jiten)

Das Problem ist nur, daß, zumindestens was Deutsch-Japanische Wörterbücher aus japanischen Verlagen angeht, diese … gerade für Anfänger sehr mühsam sind. Denn, um zu verstehen, was dort an Übersetzung steht, muß man zunächst mal lesen können, was dort steht. Lesungen werden aber in einem für Japaner geschriebenen Wörterbuch selbstverständlich nicht angegeben. Das heißt, wenn man nicht schon auf einem sehr hohen Sprachniveau angelangt ist, muß man dann wiederum ein Zeichenlexikon oder ein Japanisch-> Japanisches Wörterbuch (wie z.B. das Daijirin oder Koujien) bemühen, um herauszufinden, wie man die japanischen Übersetzung denn liest.

Das Nachschlagen eines Wortes gestaltet sich dann schnell zum Staatsakt. Für einen Übersetzer ist das sicherlich zumutbar, auch für jemanden, der sich wissenschaftlich mit Japanisch beschäftigt. Für den gemeinen Lerner jedoch eher, so meine Meinung, im heutigen elektronischen Zeitalter, unzumutbar.

Zu elektronischen Wörterbüchern (dem interessanten Teil) bald in Teil 2 und 3.

Ah, … Mhh, … Hai, … hai, wakarimasu …, sou desu ka, … hai, … eeeeh?, … unh, … mh, …

Oktober 4, 2009

KERR HALT DOCH MAL DIE FRESSE WENN ICH REDE!

Vor einiger Zeit war ich auf einer informellen Tagung in Sendai. Angestrengt kam ich dann ins Hotel zurück und was macht man dann so in einer fremden Stadt, geschafft und müde?

Ja, Minibar, aber ansonsten? Und nein, Pornokanal ist keine nennenswerte Option, es sei denn, man findet die Zensurpixel geil und ist vom Typ her eher so Alt-68er/Öko-mäßig drauf… Sie verstehen…

日本がんばれ!

Ich bin dann bei BS11 hängengeblieben, so einer Art… Info(?)kanal, genauer bei der Sendung Inside-Out

Es ging um die Energiefrage, so grundsätzlich halt; neben der intelligenten Moderatorin, die offenbar nicht nur aufgrund ihres Aussehens ausgewählt wurde… bin ich wirklich in Japan? Daß es sowas tatsächlich gibt…

Japan ist ein „old-boys-network“, also neben der intelligenten Moderatorin waren natürlich zwei ältere Herren da, die alles ganz genau wußten, wobei, nein, ein älterer Herr und ein Opa, bei dem ich wirklich Angst hatte, daß er das Studio nicht mehr lebend verläßt. Der redete dann den Großteil der Zeit, der Jungspund (ca. 65) durfte natürlich nicht so viel sagen, und, und das ist der Punkt:

Als Zeichen dessen, daß die Moderatorin ihm zuhörte, sagte sie halt mindestens alle 5 Sekunden, übersetzt etwa „Ah, … Mh, … Ja, ich verstehe,… aha, … mhhmmh, … ok, … ja, ja…. “ etc.

Und das ist kein Einzelphänomen. Also ich meine, wenn man die Leute kennt, ok, aber wenn es um eine förmlichere Situation geht, wenn es ein längeres Gespräch im Fernsehen ist, insbesondere wenn eine ranghöhere Person mit einer rangniederen spricht, dann wird halt zum Zeichen dessen, daß man zuhört und aufmerksam ist, nicht etwa die Fresse gehalten, so wie es sich gehört, sondern ständig rein ge-„mmmmht“. Wie gesagt, schon öfter aufgefallen – im Real-life natürlich nicht so extrem wie damals im Fernsehen, trotzdem…

Mir persönlich gehen solche Leute halt tierisch auf den Senkel, unterbrechen sie doch fortwährend meinen Denkfluß und bringen mich aus dem Konzept.

Wenn der Kaiser spricht, dann haben die Sklaven ruhig zu sein. Oder so ähnlich…

Japanisch lernen

Juli 7, 2008

Hier gibt es kostenlose Angebote Japanisch zu lernen. Zweimal pro Woche jeweils Anfänger, Mittelstufe und Fortgeschrittene.

Leider lehrt die Lehrerin Japanisch so, wie früher mein Lateinlehrer. Das heißt: Als tote, nicht-gesprochene Sprache. In den gesamten 1,5h Unterricht habe ich selbst kein Wort gesagt.

Die Lehrerin hat dagegen ununterbrochen geredet. Und immer wenn mal ein Grammatikpunkt unklar war, hat sie den nicht übergangen sondern erklärt. So kam es, daß man ständig völlig wahllos irgendwelche Grammatikregeln kurz angerissen hat – wenn ich nicht durch den Unterricht in Deutschland schon vorher gewusst hätte, worum es geht, hätte ich niemals verstanden, was die Dame uns eigentlich sagen wollte.

Man merkt ja erst immer, wie toll etwas war, wenn etwas vorbei ist. Aber ich vermissen den Unterricht von YY-sensei und dann später von KK-sensei total. Die hatten sich damals auf der einen Seite einfach ziemlich für das Unterrichten begeistert, auf der anderen Seite aber auch „peinliche“ Situationen durchaus mal forciert. Damit meine ich: Jemanden explizit bzw. reihum drannehmen. Und wenn derjenige die Übung nicht konnte, dann wurde halt gewartet, bis da was kam.
Sicherlich ist es unangenehm eine solche Streßsituation zu erzeugen – vor allen Dingen wenn man sich am Anfang nicht so gut kennt. Aber letztendlich lernt man glaube ich nur so, eine Sprache sicher zu sprechen.

Wenn in japanischen Schulen Englisch auf diese Weise unterrichtet wird, verstehe ich warum viele Japaner auch nach 7+ Jahren Englischunterricht, nicht synchronisierten Filmen in Fernsehen und Kino und der Nähe zu den USA trotzdem oft kaum ein Wort herausbringen.

Ich hoffe meine Japanisch geht nicht ähnliche Wege…