Japanisches Essen

Ich hatte ja meine asiatische Frau bei ebay ersteigert [1], und nicht genau ins Kleingedruckte geguckt, wo etwas von „Nur an Selbstabholer“ stand. Also musste ich doch nochmal kurz rüberfliegen.

Allerdings nicht ohne zuvor mit ShifterShape97 und ncpfojoh mein blaues Wunder auf der Suche nach einem magischen Briefkasten in der Nähe der holländischen Grenze zu erleben. Und während des Mittagsessens beim Dönermann textete ich ununterbrochen die beiden mit Sätzen der Struktur „In Japan ist das ja irgendwie viel besser: Blbablabla“; unter anderem auch das Essen erwähnend.

Den Bauch mit sehr leckerem Döner vollgeschlagen im PKW sitzend, fragte ncpfojoh: „Was ist ’n so anders an japanischem Essen? Mehr Fisch und weniger Fleisch oder so?“.

Und da dachte ich wirklich: Wie erklärt man das jetzt so? Wie erklärt man als Einäugiger einem Blinden die Sonne?

Ich formulierte dann folgendes: „Jenseits von jeglichen Klischees gibt es in Deutschland wirklich leckeres Essen. Zum Beispiel der Dönerteller mit Pommes, Salat und Zaziki war ja schon richtig lecker. Leckeres Essen ist in Deutschland aber immer mit viel Fleisch und fett, und Essen ohne Fleisch und Fett ist meistens widerlich. Ich erinnere da nur so an Bratwurstersatztofuwürste und -schnitzel; ein Verbrechen am Tofu. In Japan gibt es halt Speisen, die man extrem lecker sind _und_ die gesund sind, so daß man seine täglichen Mahlzeiten darauf ausrichten kann. Zusätzlich gibt es aber natürlich genau den gleichen leckeren, ungesunden Kram wie bei uns auch.“

Und um das wirklich mal erklären zu können, habe ich während der Reise versucht, einen Großteil meiner Mahlzeiten zu fotografieren.

Zum Beispiel als ich nach über 30 Stunden Reise (diesmal über Dubai, aber darüber ein anderes Mal) völlig fertig in Miyazaki ankam, und durch drei Flugmahlzeiten auch keinen so großen Hunger mehr hatte, fuhren wir spontan in mein Lieblingssobarestaurant. Da gibt es dann als Mittagstisch so etwas:

DSC_0062

Also: Rechts Soba (Buchweizennudeln), rechts oben Tempura, daneben Salz für das Tempura, links eine sojasoßenähnliche Flüssigkeit zum Tunken der Nudeln. Komplett fleischlose Mahlzeit. Zudem gilt der Buchweizen als sehr gesund.

Ich will das jetzt auch nicht in den Himmel loben, z.B. ist das Tempura durchaus etwas fettig:

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Vorne links frittierte Lotoswurzel (Renkon), dahinter frittierte Aubergine und frittierter Kürbis, rechts frittierte Garnele.

Der eine oder andere wird jetzt rufen: „Da wird man doch nicht satt von!“ … aber das ist vielleicht auch der Grund, warum viele Mitbürger in Deutschland mit ihrem Gewicht kämpfen. Vom Nährwert auf jeden Fall reicht das obige völlig aus, und man fühlt sich auch nicht so voll nach dem Mittagessen.

Ein weiterer Punkt, der ganz schwierig nach Rückkehr nach DE für mich war, ist das unterschiedliche Kneipentourverhalten.

In Deutschland ist man ’nen Döner, und dann geht’s los in die Kneipe und Bierchen. Wobei ich ja glücklicherweise aus einer Gegend komme, wo es gleichermaßen das beste und grauenhafteste Bier Deutschlands gibt. In Japan gibt es diese Trennung Essen/Alkohol nicht… was ja gewissermaßen für die Verträglichkeit des letzterem auch durchaus sinnvoll ist. Da wird dann auch gern Essen serviert, was jetzt nicht gerade durch die Ernährungspolizei als gesund klassifiziert werden würde.

Darüber mehr im nächsten Eintrag.

[1] nicht wirklich, aber (sehr) vereinzelte Blicke mancher Mitbürger lassen mich vermuten, sie hätten diesen Eindruck.

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