Archive for Dezember 2012

The world is a dark, dark place

Dezember 7, 2012

Im Jahr 2011 und und 2012 (bis jetzt) fanden Besucher über verschiedene Suchbegriffe zu diesem Blog. Im Prinzip dominieren dabei zwei Begriffsgruppen stark vor allen anderen Begriffen, die irgendwie mit dem eigentlichen Inhalt dieses Blogs zu tun haben. Die Tippfehler sind original. Gewisse Wörter habe ich allerdings zensiert.

Die erste große Gruppe sind entweder deutschsprachige Frauen, oder deutschsprachige Männer. Bin ich mir nicht so sicher. Die googelten:

japanische männer, auf was stehen japanische männer, japan männer, japanischer mann, japanische maenner, japanische männer in deutschland, japan mann bezahlt für frau, schönster japanischer mann, die schönsten japanischen männer, japans schönste männer, sexy japanische männer, japansche männer, süße japanische jungs, was denken japanische männer über deutsche freuen, stehen japanische frauen auf durchtrainierte europäische männer

Meine persönlichen, fragmentierten Eindrücke zu japanischen Männern finden geneigte Leser übrigens hier.

Die zweite große Gruppe ist die der Perversen.

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Hier meine persönliche Top-5 der seltsamsten Suchbegriffe.

5.) mann fi**t schwein

4.) japanerin die sich mit kacke vollschmieren

3.) dr. nakamats promotion

2.) in japan lateinlehrer werden

Und meine Nummer 1:

in den hausflur geschissen

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Neulich in Tokyo

Dezember 5, 2012

Tokyo saugt, ich kann Tokyo nicht ausstehen. Tokyo ist eine tote Stadt, klinisch rein und klinisch tot.

Osaka, den großen Betonklotz, da hat man wenigstens etwas, was man mit Leidenschaft hassen kann, Tokyo nada.

Hanami, also warum nicht Ueno, Frühstück mit Donuts und Mountain Dew auf dem Weg – schließlich ist Frühstück die wichtigste Mahlzeit am Tag – und dann in den Tierpark, außerdem sind da auch drei Caches, und ungewöhnlich für Japan, einer ist ein Multi und könnte eventuell etwas anspruchsvoll sein. Anspruchsvoll in Japan heißt sonst eigentlich nur, daß die Koordinaten Scheisse sind. Mein Lieblingscache ist “Willkommen in K-Stadt”, der mehr oder weniger sagt: Irgendwo am riesigen Platz am Osten des Bahnhofs. Ist mit einer Stahlkonstruktion überdacht, also Koordinaten kann man vergessen. Und so viele Muggels dass, obwohl ich mittlerweile weiß wo der Cache liegt, bis heute nicht dazu gekommen bin, das Ding zu heben.

Doh!

In Ueno angekommen ist die Schlange innerhalb des Bahnhofs bis zum Ausgang aber schon geschätzt auf ca. zwei Stunden. Donutsladen ca. 20 Minuten. In Tokyo steht man immer. Und man geht auch nicht. Man tippelt, trippelt, nie geht es vorwärts. Das schlaucht mich, auch körperlich, mehr als ein 15 Kilometerlauf. Verdammt, was geht mir Tokyo auf den Sack.

Also ausgewichen, und einfach ein bisschen in Nippori spaziert. Selten da, außer zum Transfer nach Narita, also mal eben am Bahnhof auf den Stadtplan geguckt und dann sehe ich so was.

stadtplan_small

Stadtplan, uneingenordet

VERDAMMTE SCHWACHMATEN!

Was ist falsch denkt da der, der der Kanji nicht mächtig ist?

Nun 北 steht für Norden. Und 南 für Süden. Was folgern wir daraus?

DER VERDAMMTE PLAN IST NICHT EINGENORDET! WIE KANN MAN NUR SO BESCHEUERT SEIN, EINEN FEST ANGEBRACHTEN PLAN NACH LINKS EINZUNORDEN???

Wenn die große Revolution kommt, dann werden japanesische Kartographen die ersten sein, die an die Wand gestellt werden.

Jetzt denkt man vielleicht ok, da ist denen halt mal ein Fehler unterlaufen, das kann doch mal passieren, aber nein. Oder: Naja, manchmal macht es vielleicht Sinn [1], wenn man auf den Plan schauend sich rechts wendet, auch tatsächlich rechts ist. Nur, erstens war das hier nicht so. Ich glaube „oben“ auf dem Stadtplan war in unserem Rücken, wenn man drauf schaute, so ganz sicher bin ich allerdings nicht mehr. Und zweitens bringt es auch nichts, wenn man, um aus dem Bahnhof zu kommen, sowieso noch mehrere Treppen steigen und um zahlreiche Ecken gehen muss.

Ich habe schon unzählige solcher Pläne gesehen.

In K-Stadt ist die zentrale Übersicht am Bahnhof nach Südwesten genordet, was dazu führte, dass ich, als ich das erste Mal zur Einwanderungsbehörde musste, im Japanischen im Wesentlichen nur Guten Tag und meinen Namen sagen konnte, den West- mit dem Ostausgang verwechselte, in den Bus in die falsche Richtung einstieg und dank inniger Hilfe der hzB und Google Maps dann ca. zwei Stunden später endlich wieder dort war, wo meine kleine Odyssee gestartet hatte. Und quasi von vorne anfangen konnte.

Uneingenordete Stadtpläne. Würde mein ehemaliger Erdkundelehrer Herr B. (war einer auf der guten Seite der Macht) das hören, direkt Facepalm. Bzw. mittlerweile wohl Glatzenpalm.

[1] Korinthenkacker, sowie pseudo-informierte, ich-bin-ja-so-geil Spiegel-Online Zwiebelfischleser: Obacht. Sonst gibt’s was auf die Hirse.

Die Sache mit den Südfrüchten

Dezember 1, 2012

Anmerkung: Diesen Entwurf verfasste ich, als das Euro/Yen-Verhältnis unter 1:100 lag. Wie BigAl im letzten Kommentar bemerkte, liegt das Verhältnis mittlerweile wieder bei 1:107, trotzdem stimmt der Grundtenor weiterhin.

Nein nein, Bananen gibt es hier schon zu kaufen im Intershop Supermarkt und dank diverser politischer Interventionen der United Fruit Company Chiquita zählen dieser Früchte sogar zu den günstigsten in Japan.

Ich bin ein ausgesprochener Freund des Orangensaft. Gern zum Frühstück, also Bier und Wurst, da ich ja Deutscher bin.

Und dann geht man also da in den nächsten Saftladen und schaut und sieht so was:

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Die Flasche für schlappe 780 Yen, also umgerechnet 6 bis 7 Euro – da kann man doch wirklich nichts sagen? Außerdem wurde der Saft sicherlich von Herrn Dittmeyer chinesischen Erntesklaven Trainees sorgfältigst Orange für Orange von Hand gepresst. Was will man mehr?

Ne im Ernst, wer ist bitte so bescheuert und kauft so was?

Also gut, ich habe den dann letzte Woche mal zur Probe gekauft. War ok.

Aber ich übertreibe mal wieder. Der preiswerteste, ziemlich bittere Orangensaft ist ist viel günstiger zu haben.

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Nur 168 Yen für 1 Liter. Also gerade mal doppelt bis dreifach so teuer wie Aldi bei schlechterer Qualität. Fährt man auf den Riesensupermarkt draußen in der grünen Wiese dann habe ich den schon mal ungebrandet für 148 Yen/Liter entdeckt. Aber dafür braucht man einen PKW und ich habe keinen, was mich allerdings immer noch männlicher macht, als einen VW Beetle zu besitzen.

Ein Liter Schipirit kostet übrigens so 170 Yen/Liter. Insofern also immer noch preiswerter, was ich will ich denn?

Nun, ich will POM. Pom kommt aus Ehime, also genug Sonne aber doch mild, so dass der ganze Kram nicht so bitter wird. Niveau fast vergleichbar mit … nennen wir die Marke mal B-Mucke ($lokaler aber bekannter Getränkehersteller), gegen dessen unsympathischen Sohn ich übrigens mal ganz blöd wegen eines dummen Aussetzers im Schach verlor, obwohl meine Stellung bis zu dem Zeitpunkt klar besser war. War mir damals halt sehr unsympathisch, aber das muss man als Fabrikantensohn wahrscheinlich auch sein.

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Mit 300 Yen/1,5 Liter, also ca. 2,50 Euro/1,5 Liter absolut vertretbar.

ICH KANN ES MIR LEISTEN, DENN ICH HABE JA GENUG WESTMARK.

Und zur Not fahre ich halt mal 1,5 Kilometer mit meinem nicht vorhandenen PKW weniger. Und schon habe ich das Geld wieder drinne.

Die russische Landwirtschaft, so sagte man zur Zeiten der guten alten UdSSR, krankt an vier Dingen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Die japanische Landwirtschaft krankt gar nicht. Sicherlich ist sie völlig ineffizient, da völlig in winzige Parzellen zerstückelt, da die Lohnkosten hoch sind, obwohl man letzteres Problem ganz gut mit dem Import von chinesischen und südostasiatischen Trainees [1] umgeht… obwohl sich da nervigerweise die UN ab und zu beschwert von wegen Human Trafficking und so…. da das Land zerklüftet ist mit Bergen und, da kaum schweres Gerät eingesetzt werden kann.

Trotzdem habe ich immer das gleiche gute Gefühl wenn ich heimischen Orangensaft kaufe, als wenn ich für Doctors without Borders spende. Oder ausländischen Saft kaufe, und weiß, dass die horrenden Importzölle da ankommen, wo sie gebraucht werden.

[1] Sour Strawberries, sehenswert.