I'm dreaming of a white christmas

spielt zwar nicht im Radio, ich aber sitze im Zug[1] nach Miyazaki. Gestern döste ich gemütlich vor mich hin, und dann überkam mich eine Vision[2]. In der saß Matze da und meinte:

GO

(Nicht wirklich. Ist ’n Insider.)

Auf jeden Fall, ist gut, wenn man eine hzB hat. Die, sagen wir mal vorsichtig, nicht aus dem zentralsten Teil Japans kommt. Mit netten Eltern, bei denen man sich mal eben einquartieren kann.

Ich glaube nach wie vor, daß Ishikawa ziemlich sicher ist – einfach aufgrund der geographischen Lage. Diverse Wettervorhersagen, Ausbreitungsvorhersagen etc. zeigen nicht nur alle aufs Meer hinaus, sogar im schlimmsten Fall — Wind von Nordost — prallt dieser mehr oder weniger an den heftigen Gebirgen ab. Ich glaube auch nicht, daß ein Run in Ishikawa ansetzt, von den „tausenden“ Ausländern da, so daß man dann plötzlich nicht mehr rauskommt. Eher schon Knotenpunkt Osaka…

Trotzdem habe ich mich jetzt auf den Weg gemacht. Vielleicht ist das übervorsichtig, und vielleicht habe ich mich von den Wahn anstecken lassen. Ich habe das Gefühl, daß in Deutschland und in deutschen Medien zu stark überdramatisiert wird und eine realistische Sichtweise verloren geht. Z.B. fragt die Tagesschau gerade auf der Homepage ein infernalisches „Letztes Aufgebot oder sinnlose Taktik?“, um dann nachzulegen, daß der EU-Energiekommissar Oettinger (ja, der, der so durch sein Englisch glänzt) vor einer Katastrophe warne und die Lage faktisch außer Kontrolle wähnt.  Während ARD-Experte Ranga die Situation dagegen als „nicht ausweglos“ betrachte und das Vorgehen der Japaner als sinnvoll bezeichne.

Ist krass. Die Japaner machen sinnvolle Dinge.

Ich will dabei die Sache absolut nicht runterspielen. Tokyo, Kanagawa oder Ibaraki hätte ich spätestens seit den erhöht gemessenen Werte längst verlassen (besser vorher). Aber ich habe das Gefühl, dass für die Deutschen Japan eben so eine kleine Insel ist, wie für die Amerikaner „Europa“ da so’n kleines Land ist mit Frankreich drin und noch so Rest.

Allerdings: Die Sachlage ist ernst. Und der Shinkansen in dem ich sitze, hat heute 7 Waggons nicht 6 wie sonst, und ist voll. Mit Frauen, Kindern, und vielen Ausländern. Ich kann’s ihnen nicht verdenken. Es sind zu viele Leute, die ich kenne, und die aus verschiedensten Gründen im Großraum Tokyo ausharren.

Es wäre jetzt noch nett, wenn der Shinmoedake ruhig bleiben könnte. Aber ich denke, da will einfach nur SPECTRE ein bisschen von der Mainbase ablenken. Oder einfach _eine_ _Millionen_ _Dollar_.

PS: Danke übrigens nochmal an kucki. anti-atom-piraten, asahi.com und kyodo news waren bis jetzt immer aktuell und faktenbasiert ohne reißerisch zu sein. Ersteres im Tweet kann ich nur empfehlen + follows auf timeouttokyo, japantimes und andere, für wenn in Deutschland geschlafen wird.

[1] Irgendwie zahle ich keine Extrakosten mehr für das Tethering, seid ich das amazinglarry-image auf’s magic geflasht, habe, komisch nicht? 🙂

[2] Danke, Winnie

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2 Antworten to “I'm dreaming of a white christmas”

  1. Daniela Skrzypczak Says:

    Bin durch Zufall auf Deinen Blog gestossen …. es ist sehr angenehm dieses Worte zu lesen und nicht ständig diese schlimmer hysterischen Berichterstattungen hier in Deutschland. Ich wünsche Dir und Deine Familie alles alles Gute.

  2. Winnie Says:

    *g* hab‘ deine Vision (ich gehe mal von einem Tippfehler aus…) mit Matze gerade live vor Augen… hervorragend!!

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