!"§%@&$%

Ich mach viel Spaß in diesem Blog, vieles was ich poste ist nicht so ganz ernst gemeint und ich liebe es, mich künstlich über etwas aufzuregen.

Es gibt allerdings auch so eine richtig hässliche Seite in Japan, die man manchmal, aber nur manchmal zu spüren bekommt.

Es gibt z.B. Debito, ein Human-Rights-Aktivist (einfach googeln), der bei jedem Kleinscheiss auf seiner Seite schreibt „Hilfe, hilfe, als Ausländer wurde ich diskriminiert“. Und es gibt andere, die sich über Debito lustig machen und behaupten, es würde in Japan überhaupt keine Scheiss geben.

Ich hatte vorher schon rumgelesen, und nach allem was man so hört, sind unter anderem Co-Signing beim Wohnungseinzug (in Japan benötigt man üblicherweise einen Bürgen, der den Mietvertrag mitunterzeichnet) und Kreditkarten so die Dinge, die für Ausländer oft unüberwindliche Hürden darstellen.

Mich hat es jetzt mal erwischt mit Nr. 2. Mein Kreditkartenantrag wurde abgelehnt.

Ohne jetzt groß über meine persönlichen Verhältnisse zu schreiben – es gibt dafür wirklich keinen rationellen Grund. Natürlich wurde mir auch keiner genannt.

Weil ich Ausländer bin?

Hm. In diesem Fall komme ich auch nach längerem scharfen Nachdenken auf keinen anderen. „Wir“ sind halt sehr unzuverlässig und stellen ein zu hohes Kreditrisiko dar… oder so…

Ist das jetzt eine Tragödie? Sicher nicht. Aber wer öfter fliegt, der versteht sicherlich auch, wieso das ein ziemlich nerviges Problem ist…

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4 Antworten to “!"§%@&$%”

  1. Michael Says:

    Ja Ausländer gelten als unsicher, bedanke dich da bei diversen Leuten die offen in Foren raten Japan zu verlassen, ohne die letzten Handyrechnungen, ev. Kreditkarten und ganz besonders Steuern zu zahlen.
    Besonders letzteres gilt als heisser tip unter expaten 😦

    Debito ist für mich einfach ein egomane den es nicht wirklich um Verbesserungen geht. Deswegen die Show.

    Zu der Kreditkarte wurde mir damals mal von der Bank auch gesagt das WIR hier keine Kredithistorie haben. Das gleiche Problem hatte ein Kollege in den USA mit Kreditkarten UND Krankenversicherung.
    Keine Historie=schlechtes Rating ergo NO!

    Ach ja und ein Hint, je mehr abgelehnte Anträge desto schlechter das Rating.
    Mir hat damals beim RIKEN eine HR-Dame geholfen den Antrag fuer die Kreditkarte via JR auszufüllen, und schwupp, kein Problem.

    btw funktionieren Kreditkarten etwas anders als in Deutschland, bezahlen und so, raten, Teilzahlung etc.pp

  2. coolio Says:

    Nicht zu vergessen die Typen die sich aus dem Ausland nach Japan „abseilen“ um vor ihren Schulden dort wegzulaufen und die deshalb zwar eine Kredithistorie haben, aber eben eine denkbar negative. Ist aber in den USA genauso. Obwohl fuer die CC-Unternehmen ein Leichtes, wird die bisher positive Kreditbilanz ueberhaupt nicht wahrgenommen, eine negative natuerlich schon und man wird erstmal pauschal als „Risikoperson“ eingestuft.
    Ich habe meine erste Kreditkarte in Japan nach 2.5 Jahren bekommen, obwohl ich ueber ein recht ordentliches Gehalt und einen Festvertrag in einer etablierten und bekannten Firma verfuege. Das ich eine relativ grosse Summe auf dem grad erstellten Konto hatte, hat bei Visa und Co. niemanden beeindruckt. Naja, nun hab ich sie ja, meine MUFG-Cardo, wenn auch mit einem 500k Limit. Immerhin! Am Anfang wollten sie mir ein Limit von ganzen 100k! zugestehen, obwohl mein Verdienst schon da um ein Vielfaches hoeher war! Komisch ist, das meine Frau an jeder Ecke eine CC bekommen kann, obwohl sie faktisch ueber keinerlei relevantes Einkommen verfuegt. Stattdessen muss mein Einkommen herhalten. Und siehe da: Obwohl zu unsicher um mir eine CC zu geben, fuer meine Frau reichts dann doch wieder, gelle? Aber in Japan gibt es ja keinen „objektiven“ Rassismus…….

  3. Master-Chief Says:

    also ich glaube, Ihr habt den falschen Umgang (oder ich bewege mich in nicht-repräsentativen Kreisen?), aber nach meinem subjektiven Eindruck sind die meisten Ausländer ganz normale Menschen, die ganz normal irgendwie ihr Leben auf die Reihe kriegen wollen, so wie wir alle – und _nicht_ irgendwelche zechprellenden, rumgröhlenden, nach Knoblauch-stinkenden, Japanerinnen-belästigende Barbaren. (außer natürlich den Chinesen, die ja bekanntlich alle klauen).

    Abgesehen davon sollen die Banken ja nicht das Risiko aller Ausländer bewerten, sondern _mein_ Kreditrisiko – und das ist, aus ganz rationellen Gesichtspunkten, gering.

    PS: @ Michael: Wie Du sicherlich weißt, gibt es bei der Auswahl einer Kreditkarte verschiedene Optionen – die in Deutschland übliche, monatliche Abbuchung, ist in Japan ebenfalls möglich. Und an einem nicht-korrekt ausgefüllten Formular ist es ganz sicherlich nicht gescheitert.

  4. Michael Says:

    aeh das mit der monatl. Abbuchung war kein Problem.
    nur das z.B. x%/p.M. vom „geschuldeten“ gibts net nur x-yen/p.M.
    Dafür höre ich hier im Laden bei einigen Produkten dann „nan-katsu desu ka? / In wieviel Raten?“ was dann bedeutet das der zu bezahlende Betrag in x Monaten verteilt der CC in Rechnung gestellt wohl wird, habs noch nie gemacht.

    Zu der Risikoanalyse wird halt ein Querschnitt über z.B. Deutsch/männlich/25Jahre/Single/festen Job gemacht, Statistik halt. Aussreisser haben Glueck/Pech je nach dem wo man vom Graphen steht.

    Ich denke das dies nicht pareto-optimal lösbar ist

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