Japanisch-deutsche und Deutsch-japanische Wörterbücher

(Hinweis: Wenn ich Japanisch – Deutsch (oder wadoku) schreibe, meine ich ein Wörterbuch VON Japanisch NACH Deutsch, umgekehrt (dokuwa) von Deutsch NACH Japanisch. Die Richtung ist, mehr noch als z.B. bei Deutsch-Englisch wo man oft eine 1:1 Beziehung zwischen den Wörtern hat, von großer Bedeutung.)

Ich dachte ich mache mal ein Posting zu Wörterbüchern, ist ein Thema, das jeden Japanischlernenden zu irgendeinem Zeitpunkt irgendwann beschäftigt. Über Kommentare, Anmerkungen, auch zu Fehlern etc. freue ich mich und bitte um Posting in die Comments.

Zunächst mal: Es sieht recht düster aus. Fangen wir mal mit den klassischen Papierwälzern an. Wobei ich da eigentlich nicht viel zu schreiben möchte, denn mal im Ernst: Vom gelegentlichen Nachschauen mal abgesehen, sind Wörterbücher auf Papier fast nutzlos. Dauert einfach viel zu lange.

Von deutschen Verlagen gibt es genau zwei Wörterbücher überhaupt.

Zum einen das kleine gelbe Langenscheidt, das wohl jeder, der über diese Sprache gestolpert ist, besitzt. Es ist auch nicht schlecht, quasi Westentaschenformat (kleiner als die Handfläche eines Gaijins, also etwa doppelt so groß wie die Hand einer japanischen Frau), daher benutzbar auch unterwegs.

Allerdings: Der Umfang ist natürlich auch dementsprechend begrenzt.

Dann gibt es das „Große japanisch-deutsche Wörterbuch“. Ich liebe dieses Projekt. Es sollte ursprünglich glaube ich vor 5 Jahren erscheinen, im Moment sind sie bei Band 1: A-I. Band 1 kostet 280€. Mal abgesehen von der Frage, wer sich im Moment ein Wörterbuch nur von A-I kauft, freue ich mich schon sehr, wenn ich in 2030 dann die komplette Ausgabe in drei Bänden für schlappe 840 Euro kaufen kann.

Eine elektronische Ausgabe ist, was man so durch Japanologiestudenten, die irgendwie nah an der Quelle sind, so hört, ausdrücklich nicht geplant.

Ich persönliche finde das eine tolle Idee, dieser neumodische Elektronikkrimskrams, das bringt es doch eh‘ nicht, oldschool ruleZ! Den Vorteil bei Wörterbüchern sehe ich auch nicht, ich bin ja geschickt und schnell mit den Händen. Auch diese komischen Scheiben, da weiß ich bis heute nicht, ob man die jetzt auf 45 oder 33 abspielt. Ich krieg‘ da nie ’nen Ton raus.

Es gibt einige japanische Verlage, die sowohl Deutsch-Japanische, als auch Japanisch-Deutsche Wörterbücher herausbringen – manche werden nicht mehr verlegt. Eine gute Übersicht gibt es z.B. hier.

Die meisten von den dort genannten Büchern werden auch aktuell noch in Japan verkauft. Zumindestens der Schinzinger (unter Japanologen wohl sehr bekannt) wurde 2008 neu aufgelegt, ich weiß allerdings nicht, ob das auch inhaltliche Überarbeitungen betrifft.

Die hzB besitzt das Apollon – außer stark kontemporären Ausdrücken (Hasse ma‘ ’ne Kippe am Start?) haben wir da bisher eigentlich fast alles gefunden. Vom Apollon gibt es ebenfalls eine Neuauflage.

Hier mal die Links zu einigen Wörterbüchern auf amazon.co.jp (es empfiehlt sich imho auch mal die Preise von deutschen Importeuren mit der Direktbestellung bei amazon.co.jp zu vergleichen… oft kommt man tatsächlich preiswerter mit einer Bestellung in Japan hin).

Wadokus:

新装版 現代和独辞典 (Shinsouhan gendai wadoku jiten) (Schinzinger)

新コンサイス独和辞典 (Shin konsaizu dokuwa jiten)

Dokuwas:

アポロン独和辞典 (Apollon dokuwa jiten)

クラウン独和辞典 (Crown dokuwa jiten)

新現代独和辞典 (Shin gendai dokuwa jiten) (Schinzinger)

独和大辞典 (Dokuwa Daijiten)

アクセス独和辞典 (Akusesu Dokuwa jiten)

Das Problem ist nur, daß, zumindestens was Deutsch-Japanische Wörterbücher aus japanischen Verlagen angeht, diese … gerade für Anfänger sehr mühsam sind. Denn, um zu verstehen, was dort an Übersetzung steht, muß man zunächst mal lesen können, was dort steht. Lesungen werden aber in einem für Japaner geschriebenen Wörterbuch selbstverständlich nicht angegeben. Das heißt, wenn man nicht schon auf einem sehr hohen Sprachniveau angelangt ist, muß man dann wiederum ein Zeichenlexikon oder ein Japanisch-> Japanisches Wörterbuch (wie z.B. das Daijirin oder Koujien) bemühen, um herauszufinden, wie man die japanischen Übersetzung denn liest.

Das Nachschlagen eines Wortes gestaltet sich dann schnell zum Staatsakt. Für einen Übersetzer ist das sicherlich zumutbar, auch für jemanden, der sich wissenschaftlich mit Japanisch beschäftigt. Für den gemeinen Lerner jedoch eher, so meine Meinung, im heutigen elektronischen Zeitalter, unzumutbar.

Zu elektronischen Wörterbüchern (dem interessanten Teil) bald in Teil 2 und 3.

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Eine Antwort to “Japanisch-deutsche und Deutsch-japanische Wörterbücher”

  1. 独太郎 Says:

    Bin Fan von Papierwörterbüchern, da ich da immer wieder über Einträge stolpere, die ich gar nicht gesucht habe, und eine Menge dabei gelernt habe. Ich benutze inzwischen meist die kompakte Ausgabe des 新明解 Wörterbuchs (国語辞典), und wenn ich mehr Erklärung benötige, schlage ich es im 大辞泉 nach (habe ich mal für JPY 2.000,- im Furuhonya um die Ecke erstanden). Das Shinmeikai ist schön handlich, das Daijisen zugegeben eher nicht ;-).

    Papier hat außerdem den Vorteil, dass man die Wörterbücher in die Tasche stecken kann, ohne dass sie kaputtgehen. In China habe ich immer ein kleines Wachuu-Chuuwa Wörterbüch in der Tasche.

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