Archive for Juli 2009

As for countries, THE CRAZY ARE STRONG WITH THIS ONE.

Juli 27, 2009

Ich weiß auch nicht, die rennen hier irgendwie alle frei und offen rum. Scheint irgendwie gesellschaftlich akzeptiert.

Und nein, dieses Blog wird den Pfad des politisch Korrekten heute nicht im Mindesten verlassen. Ich rede ausdrücklich nicht von geistig behinderten Menschen, sondern von durchgeknallten Verrückten, hochneurotischen Menschen, die prinzipiell normal sind, außer halt…

Ich meine da steige ich Montagsmorgens auf dem Weg zurück nach K-Stadt in die Yamanote und da brüllt halt dieser Typ im Trainingsanzug gegen die Wand und führt dabei so eine Art Fitnessübung/Tanz auf.

Es wirkt halt immer so gesellschaftlich akzeptiert. Ich meine, niemand sagt was, wobei ich das verstehen kann, es gibt bessere Gelegenheiten den Held zu spielen.

Die Verrücktesten, an die ich mich so erinnere, waren zum einen Hermann vom Rauherfeld und der Mann aus der Linie 13B. Hermann war harmlos, laberte halt gerne Leute zu und hatte diesen Tick, daß er immer glaubte, was vergessen zu haben und zehnmal nachkontrollierte.

Der Mann aus der Linie 13B war einfach nur ein harmloser Penner, der einen aber mit der gleichen Tour anlaberte „Entschuldigen Sie, aber ich habe ein Anliegen, daß ich Ihnen gern mitteilen würde blablabla“, man merkte erst nach 5 Minuten, daß er ein bisschen Kohle wollte.

Was mich daran erinnert, daß mich in Charles City mal ein Penner anlaberte und ich ihm, mit gefaktem Akzent auf English sagte, ich verstehe kein Deutsch und er mich dann flüssig auf Englisch anpumpte. Hm. War ich schon ein bisschen beeindruckt und auch irgendwie stolz auf „meine neue Hometown“. Spricht auf jeden Fall definitiv für die Penner in Charles-City (den nervigen Punks traue ich das allerdings nicht zu).

Ich schweife vom Thema ab.

Also Selbstgespräche scheinen total in zu sein. Bei einer Bus- oder Zugfahrt, würde ich sagen ist die Chance bei ca. 70%. Wie wärs mit so Schildern am Heck, „Crazy on board“?! Ich bin mir dann nie sicher, schizophren, hören die Stimmen, oder sprechen die wirklich mit _sich selbst_, ist ja schon ein Unterschied. Aber was erzählt man sich dann so?

Auf jeden Fall verstehe ich jetzt auch endlich, warum sich Bluetooth bei Handys nur so schwer in Japan durchsetzt, wäre ja doch sehr problematisch, plötzlich 50-50 Chance.

Die Combo Movement+Speech gibts eher selten, meist nur eines von beiden. Auf der Fahrt nach K-Stadt ist öfter so Typ dabei, der sich gern rythmisch mit der Hand gegen den Kopf schlägt; beim Warten auf den Bus rennt er regelmäßig Kreise. Armschüttler und Rumfuchtler sind auch groß an der Zahl.

Wer Beweise will, einfach mal auf youtube schauen, kurze Suche ergibt folgende Links, wobei das alles relativ harmlos ist, und den Sachverhalt nicht wirklich exakt genug wiederspiegelt:




Leider finde ich das Video nicht mehr, daß 1a geeignet wäre den Sachverhalt zu illustireren, war ein Video einer Frau, die in der U-Bahn rumstolpert, ein Ausländer fragt sie auf Japanisch, ob alles in Ordnung wäre (Fehler!) und sie fasst dann sein Gesicht an und meint, ihr Arzt habe gesagt, sie solle fremde Leute anfassen, sie werde dann gesund werden.

Und wie gesagt, nicht nur Tokyo & Co, auch hier, in der Provinz.

Ich frage mich auch immer, ob das nicht zwangsläufig ist, daß man nach einiger Zeit leben hier … tschuldigung, bin mal gerade eben meinen Kopf gegen die Wand schlagen…. so, also ob das nicht zwangsläufig so ist, daß man nach einiger Zeit leben in Japan halt irgendwelche Neurosen entwickelt…

Keine Pause!

Juli 21, 2009

Neulich schrieb mir Shape im ICQ: „Schon wieder ein Monat rum ohne Posting, mann!“

Also ehrlich gesagt, ich weiß nicht mehr, ob er wirklich „mann!“ schrieb, aber ich wollte den leicht vorwurfsvoll-auffordernden Tonfall verdeutlichen.

Der Punkt ist, es gibt eigentlich jede Menge Drafts, die ich aber aus verschiedenen Gründen für nicht veröffentlichungswürdig hielt:

  • Eines Postings nicht würdig aufgrund von mangelndem Alberneheitsfaktor (hier nur Postings mit cheesiness-Faktor > 0,3 erlaubt)
  • es fehlten nötige passende multimediale Daten zum Zwecke der Illustration / Zwecke des Beweises meiner, eindeutig richtigen (immer!) Konklusion (also Beweisfoto, Tonaufnahme, Videoaufnahme). Beweisfoto, ne. Manche werden jetzt sagen, ich wohne schon viel zu lange hier, aber ehrlich, daß hat mit der Asien-in-6-Tagen-Reise, die ich für nächsten Monat gebucht habe, echt nichts zu tun!
  • berufliche Verpflichtungen sorgten für zu geringe Verschmitztheit und Bösartigkeit, und ohne ein gewissen Grundlevel an Verschmitztheit und Bösartigkeit fehlt es mir an Motivtion
  • Tales Of Monkey Island führte zu Zeitverknappung und ich bin immer noch nicht durch verdammt, weil diese Gurke hier losheult wie eine Flugzeugturbine und trotzdem grade mal 640*480 schafft – isch kann so net arbeiten! Die da! Die hat falsch mitgesummt!
  • ich war irgendwie auf die wahnsinnige Idee gekommen, dieses Blog zweisprachig zu führen, bemerkte dann aber recht schnell, daß das utopisches Wunschdenken ist. Mal abgesehen von der peinlichen Schlechtheit meiner Japanischkenntnisse, ist es utopisch anzunehmen, ich sei in der Lage, ansatzweise auszudrücken zu vermögen, was ich meine. Zudem, und der geneigte Leser ist mir dabei wirklich egal… also sowas von egal… also wenn eins egal ist, dann doch wohl das… wobei … ich meine so ganz egal ist es ja dann doch nicht… aber, also, wenn _ich_ meine Postings lese, dann denke _ich_ immer an cursus novus compactus, lektion 1, „ridet et gaudet“. Also Betonung auf _ich_, rideo et gaudeo? Fu**, ist das e-Konjugation? Könnte es sein, daß sich das Abschreiben doch nicht gelohnt hat? Aber egal, ich spreche Latein immer noch besser als 90% der Menschen hier Englisch, insofern…

Ich gelobe Besserung. Wobei nein, eigentlich überhaupt nicht. Ich gelobe höhere Postingfrequenz, was einfach nur heißt höheren Durchsatz bei niedrigerer Qualität.

Willkommen im Privatfernse^H^H^H^H Privatblogging!

Meine nächsten Thema: Wie ich mein Karma erhöhte und mein Golf-Handicap senkte.

Viel Spaß bei der Entdeckung einer neuen Ebene des Qualitätsjournalismus.