Linux auf dem Desktop 2009

Eigentlich wollte ich mal wieder was zu Japan schreiben, stattdessen wird das hier, weil ich gerade im Zustand des HB-Männchens bin, ein Rant über den Zustand von Linux auf dem Desktop im Jahr 2009.

Ich wollte auf dem Work-Notebook endlich auf was aktuelles updaten, denn bisher lief einfach der Suspend-to-Ram Modus nicht. Also Ubuntu 9.04, ist ja die desktopfreundlichste Variante, abgesehen davon, daß man in den Supportforen tatsächlich eine Chance hat, eine Lösung zu einem Problem zu finden.

Flugs upgedated und… wunderbar… Kile funktioniert nicht mehr. Kile stürzt aus unbekannten Problemen regelmäßig ab unter Ubuntu. Problem ist bekannt (der geneigte Leser möge selbst die Bugtracker durchforsten, um meine Behauptung zu verifizieren). Lösung: gibt keine. Man arbeitet dran.

Wir reden hier von einem System, daß als Produktivsystem gekennzeichnet ist. Nicht als Beta.

Hm. Was tun? Schließlich bin ich wirklich auf eine Latex-IDE angewiesen. Alternativen? Wäre noch Texmaker. Texmaker installiert und…

tada! Texmaker hat einen fiesen Bug, bei dem, wenn man das Dokument speichert, der Eingabebereich seinen Fokus verliert und nicht wieder zurückerlangt werden kann. Auf Deutsch: Man kann keinen Text mehr eingeben, löschen oder verändern, sobald man das Dokument gespeichert hat. Oder kompiliert, denn vor dem Kompilieren wird es gespeichert. Problem ist bekannt (der geneigte Leser möge selbst die Bugtracker durchforsten, um meine Behauptung zu verifizieren).  Lösung:  ich habe tatsächlich eine Lösung auf einer gentoo-Mailingliste gefunden, dann nach weiterer Recherche jemanden, der ein debdiff für ubuntu erstellt hatte. Das debdiff funktionierte nicht automatisch, aber nach herunterladen des Sourcecodes und manuellem Patchen mit Texteditor, kompilieren bzw. Paket bauen läuft es jetzt. Hat mich nur 4 Stunden Zeit oder so gekostet.

Ich hab auch keine Lösung für sowas, aber das Problem ist, daß immer irgendwas kaputt ist, wenn man updatet. Bzw. eigentlich ja das gesamte OS neuinstalliert. Alle 6 Monate. Das Problem ist, daß man da ja schließlich gezwungen zu wird, wenn man aktuelle Programme haben möchte. Diese Kopplung von Libraries und Programmen macht keinen Sinn (wer zu dieser Formulierung etwas im Comment-Bereich postet, wird direkt zensiert, um das nur mal vorwegzunehmen), sinnvoll wären stabile Binary-Libraries, die sagen wir mal zwei oder mehr Jahre stabil bleiben (Was ist nochmal der Release-Cycle von z.B. OSX?) und losgelöst davon neue Applikationen. Und zwar distributionsübergreifend. Die Integration eine Middleman (Package-Maintainer) zwischen Softwarehersteller und Nutzer löst auf jeden Fall weniger Probleme, als sie denn neu einführt.

Stellt sich natürlich die Frage, soll ich in 6 Monaten wieder das Spiel wagen, oder die bisherigen Applikationen nutzen, bis in 2 Jahren der Support ausläuft?

Wenn dann aber jemand ankommt und sagt, der Misserfolg von Linux auf Netbooks ist darauf zurückzuführen, daß Microsoft so böse den Markt manipuliert, dann komme ich nicht umher, laut zu lachen. Ich könnte momentan nicht guten Gewissens irgendjemandem meiner Bekannten dazu raten, Linux auf dem Desktop einzusetzen… naja, also denen, die das nicht studieren 🙂

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2 Antworten to “Linux auf dem Desktop 2009”

  1. Alex Says:

    Cool, als eingefleichter Wintel-User, der bereits alle Bugs der letzten 10 Jahre auswendig kennt, lach‘ ich mir da doch einen :p:p:p.

  2. admin Says:

    Nachtrag: Falls jemand das hier ergoogelt, zwecks Suche nach einer Lösung bzgl. Texmaker: Die einfachere Lösung (als rumpatchen) ist die Verwendung des Static-Builds von der Texmaker-Homepage. Funkioniert hier ohne Probleme.

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