Was Technisches

Bei meiner Googlesuche war ich erfolglos, daher mal in Hoffnung das das hier dem einen oder anderen nützlich ist.

Szenario: Notebook in den USA oder Japan preiswert gekauft, nettes Schnäppchen gemacht. Doch was dann? Nur noch Englisch schreiben und auf ö, ä usw. verzichten?

Heutige Notebooktastaturen haben meistens keinen Aufdruck mehr, sondern kleine Aufkleber für die Lettern. Es gibt Klebesets für die deutschen Buchstaben und mit relativ geringem Aufwand hat man eine deutsche Tastatur – das Schnäppchen hat sich gelohnt.

Diejenigen, die mit zehn Fingern blind tippen, interessiert sowieso nicht, was auf den Tasten draufsteht.

Doch Moment, das erste Mal, wenn man mit Excel arbeitet oder programmiert merkt man plötzlich: Da fehlt doch was!

Genau, die Taste zwischen der linken Shift-Taste und dem Z (bzw. Y) fehlt. Weil auf US-Tastaturen keine Umlaute benötigt werden, hat man mehr Platz für die ganzen Sonderzeichen, diese Taste hat man daher extra beim deutschen Layout mit reingebastelt. Die mit größer, kleiner und dem vertikalen Strich, also < > |. Das ist sehr nervig, wenn man programmiert und z.B. Vergleich zwischen Variablen (x<y) braucht oder das „logische oder“ ||.

Ständig hin- und herwechseln zwischen deutschem und US-Keyboardlayout ist natürlich auch keine Lösung, zudem < und > im Us-Layout rechts neben dem M zu finden sind – für Schnellschreiber eine schwere Umgewöhnung.

Man kann aber ein eigenes Keyboardlayout definieren, daß diese Zeichen auf entsprechende Tasten legt. Ich habe mich bemüht, dabei das deutsche Layout einzuhalten, d.h. daß man beim Blindschreiben in etwa die gleichen Griffe macht.

Ich setze voraus, daß man entweder ein deutsches Betriebssystem installiert hat oder seinem System schon Deutsch „beigebracht“ hat.

Unter Windows kann man den Microsoft Keyboard Layout Creator benutzen und sein eigenes Keyboardlayout erstellen. Wem das zu aufwändig ist, der kann mein vorgefertigtes Layout nehmen:

Download German Custom Layout

Ich habe | auf „Alt gr + Y“ (oder eben Z auf dem US-Layout) gelegt, < auf „Alt gr + X“ und größer > auf „Alg gr + C“.
Runterladen, installieren. Dann in der Systemsteuerung auf Regions- und Sprachoptionen -> Sprachen -> Details. Dort taucht jetzt unter Tastatur nicht nur „Deutsch“ sondern auch „German – Custom“ auf. Das Standard-Eingabeschema sollte man dann auf German-Custom setzen.

Unter Linux geht das leider nicht ganz so einfach. Zunächst mal sollte man mit
xmodmap -pke > .Xmodmap
die Keycodes seiner Tastatur scannen und in der Datei .Xmodmap speichern. Danach müssen den Keycodes in der Textdatei .Xmodmap andere Zeichen zugeordnet werden.

Es bietet sich an, die ungenutzte linke Windowstaste für < und linke Windowstaste + Shift für > zu benutzen – das tippt sich fast wie auf einer echten deutschen Tastatur.

Leider habe ich es nicht geschafft, die Windowstaste + Alt gr anzusteuern – offenbar liefert die Windowstaste in Verbindung mit Alt gr keinen expliziten Keycode. Daher habe ich | auf Alt gr + Z(Y) gelegt.

Man sollte also suchen, welcher Keycode zu Y passt. Erstes Zeichen hinter dem = ist die normale Taste, zweites Zeichen ist wenn man Shift gedrückt hält, drittes Zeichen ist die Taste + Alt (gr).
Für Y würde man also sowas eintragen wie
keycode XX = y Y bar
und für die Windowstatste für < und >
keycode XX = less greater

Bei mir (Thinkpad X61s) lag z.B. die linke Windowstaste auf keycode 115, also
keycode 115 = less greater.

Ich habe meine .xmodmap mal hochgeladen, die ist aber wie gesagt für ein X61s und ich weiß nicht, ob sich die Keycodes auf anderen Geräten nicht möglicherweise unterscheiden.

in einer Konsole kann man die Konfiguration mit
xmodmap .Xmodmap
testen

Aus- und einloggen und Ubuntu blendet einen Dialog ein, ob es die .xmodmap bei jedem Start laden soll. Sollte auf jedem Gnomedesktop gehen, KDE leider keine Ahnung, ebenso was OS X angeht…

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2 Antworten to “Was Technisches”

  1. Winnie Says:

    Aha.

  2. admin Says:

    vlt. hätte ich schreiben sollen, daß das weniger an die „normalen“ leser des blogs gerichtet ist als an leute, die vor einem ähnlichen problem stehen und das hier „ergoogeln“.
    ist ne ausnahme, nächster eintrag wird wieder was zum „thema“

    🙂

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