Ein Besuch in K-Stadt

Letzten Montag war hier in Japan der „Tag des Meeres“, ein offizieller Feiertag. Daher also ein verlängertes Wochenende.

Was die hzB und mich dazu bewog endlich ein Treffen zu arrangieren. Als Lokation wählten wir K-Stadt, schließlich ist das wohl eine der schönsten japanischen Städten mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten – und eben bei mir in der Nähe.

Aber die Idee hatten nicht nur wir beide, sondern auch so 120 Millionen weitere Japaner – was dazu führte, daß wir für den Freitagabend ein gutes, passendes Hotel buchen konnten, danach aber alle vernünftigen Hotels die Preise kräftig erhöht hatten und zudem ausgebucht waren.
So stiegen wir in dem wohl miesesten, heruntergekommensten Hotel Japans ab.

Das „Hotel“ war dann auch schwierig zu finden, es war in einer kleinen Gasse, beim Suchen fragte die hzB dann eine Frau die da gerade entlangging. Und es ergab sich folgendes Gespräch:

„Äh, entschuldigen Sie, ich suche das „Hotel zum Fluss.“
„Da wollen sie _wirklich_ hin? Wieso?“
„Äh…“
„Wissen Sie, daß ist gar kein richtiges Hotel, das waren früher kleine Apartements, die aber jetzt nicht mehr vermietet werden… und… Ist es wirklich so billig?“
„Äh ja, also… es ist schon billig, dieses Wochenende… ein Doppelzimmer nur 6000 Yen pro Nacht…“
„Ok, also gehen Sie da und dahin… und… Viel Erfolg!“

Wobei wir es wahrscheinlich trotzdem noch besser erwischten als J., der mir berichtete er habe bei seinem Japanbesuch in Osaka immer vor dem Betreten des Hotels noch einen Abstecher zum Bahnhof gemacht, um dort für die Nacht seine Wertsachen einzuschließen. Weil das nötig war.

Was gibt es sonst über den Trip zu sagen? Hm, mal in grob:

0.) beim Aussteigen aus dem Zug am K-Hauptbahnhof, fühlte ich mich fast dazu genötigt zu schreien „Juhu, die Zivilisation hat mich wieder!!!“. Es ist komisch, aber wenn man längere Zeit in Charles-City gewohnt hat, fühlt man sich gerade hier an der Uni doch sehr sehr ländlich. Ungewohnt ländlich.
Zugegebenermaßen formulierte der geschätzte Freund T. bzgl. Charles City immer, daß CC „eine größere Kleinstadt sei, die die dadurch entstehenden Nachteile geschickt mit denen einer Großstadt kombiniere“, trotzdem ließ es sich da ja schon ganz angenehm wohnen. Ich bin sogar schon fast geneigt dazu, daß auf „leben“ auszuweiten und wahrscheinlich würde mir da sogar T. zustimmen. Müssen.

K-Stadt ist also Großstadt mit allen, was dazugehört: Nervige ausländische Touristen, Sehenswürdigkeiten, einem Museum für moderne Kunst, einem Starbucks am Hauptbahnhof (dazu in einem anderen Blogposting mehr) sowie einem funktionierendem ÖPNV. Also alles, was das Kaff hier nicht hat. Glücklicherweise ist K-Stadt mit dem Bus/Zug (2x umsteigen) in <60min zu erreichen

1.) Um endlich eine microSD-Karte zu kaufen, besuchte ich unter Führung der hzB die Ladenkette Yamada Denki. Yamada Denki ist sowas wie die Kette, zu der man in Deutschland geht, wenn man nicht blöd ist. Heißt: Absolut überteuert, man geht doch ab und zu hin mangels Alternativen (außer man wohnt in Charles City, das wohl die höchste PC Händler/Einwohnerdichte Europas hat). Im Unterschied zu Deutschland ist der Service allerdings gut und die Verkäufer wirkten auch nicht ganz so dumm. Was allerdings schlimm war: Es gibt so einen Jingle – dieser Jingle wird mindestens alle 10 Minuten laut hörbar gespielt. Er nervt total, ist auf der anderen Seite aber total eingängig, so daß man sich nach kurzer Zeit selbst haßt, wenn man z.B. an der Bushaltestelle wartet und innerlich "Yamada Denki!" ruft. Ich möchte diese Erfahrung niemandem vorenthalten, bitte: Yamada Denki!

2.) Der Besuch war unglaublich anstrengend – wir wollten halt viel sehen, viel erledigen, viel kaufen (ich brauchte nach der 20kg Grenze beim Fluggepäck _eine Menge_ neuer Dinge und bin jetzt aufgrunddessen und des Hotels pleite, wie es sich für einen ordentlichen Studenten gehört), zum anderen waren es aber auch tagsüber 35 Grad bei geschätzten 90% Luftfeuchtigkeit. Dazu kommen dann noch, als Deutscher absolut ungewohnt, die Klimaanlagen, die in jedem Bus, Geschäft, Restaurant etc. auf Full-Power laufen. Das kickt einen total weg, wenn man plötzlich durchgeschwitzt von 35 Grad auf 19 kommt, friert, völlig umgehauen wird beim Zurückkehren zu 35… ich wundere mich, daß ich das alles ohne Erkältung überlebt habe.

Insgesamt drei absolut lohnenswerte Tage. Fotos habe ich auch eine Menge geschossen und online gestellt. Für die Qualität der Fotos muss ich mich entschuldigen, ich hatte vergessen die Voreinstellung der Kamera umzustellen, die Fotos nur in Größe des Handydisplays schoss (400 mal irgendwas). Aber auch die 2 Megapixelfotos sind in der Qualität unterirdisch – weil das Handy so flach ist, hat man wohl die „Optik from Hell“ eingebaut. Die Fotos sind verwaschen, unscharf und als Highlight obendrauf hat die Linse einen leichten Fisheye-Effekt, was insbesondere fotografierte Leute treffend enstellt, Bäume krümmt und Gebäude einfallen läßt. Wirklich ein voller Griff ins Klo, kann ich nur vor warnen: Bitte kein N706i kaufen!

Zu erreichen in das Fotoalbum hier, allerdings ist ein Username / Passwort nötig.
Der Username: Der Vorname der hzB, kleingeschrieben.
Passwort: Die Stadt, in der ich früher studiert habe, kleingeschrieben.

Wer die Hürde trotzdem nicht schafft, darf auch gerne per e-Mail nachfragen…

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2 Antworten to “Ein Besuch in K-Stadt”

  1. Nijosch Says:

    Schön schön, hab auch Passwort und Username auf Anhieb hinbekommen 😉
    Habt ihr eigentlich das Erdbeben neulich mitbekommen?? Und die Obama-Mania in Berlin?

  2. spieler8 Says:

    Den Bums nicht nein. Das einzig erlebte Erdbeben von mir ist das in Charles City, war mal vor 4 Jahren oder so…

    Obamambamania nicht. Überhaupt nicht. Also ich lese ab und zu SpOn, aber wirklihc nur am Rande…

    PS: Auch hier nochmal an dieser Stelle: Die, die im Gegensatz zu Nijosch am User/Pass gescheitert sind: einfach Mail an mich schicken

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