Angekommen

Ich beginne einfach mal mit einem kleinen Reisebericht:

An einem extrem heißen Tag im überfüllten ICE nach Frankfurt gereist, bin ich dort nach dem Einchecken erstmal in eine Bar/Lounge gegangen, um einen kühlen Softdrink zu geniessen. Zwei Dinge, die mir dort sofort auffielen:

1.) Ein US-Amerikaner dunkler Hautfarbe, Typ College-Student, vielleicht 2-3 Jahre jünger als ich. Er trug einen schneeweißen Marlboro-„come to where the flavour is“-Hut und saß vor einem Apple-Macbook.

Ich möchte betonen, daß ich hier nur beobachte, nicht kommentiere.

2.) Ein sehr unangenehmer Seemann (ich tippe auf Schottland, er erinnerte mich von der Aussprache an den Bösewicht aus dem Computerspiel „No One Lives Forever“) rief, während er sich das vierte Halbe bestellte seinen Kumpel an und sagte: „Ayy Buddy! Yo geddin some booze here at Frankfurt, ayyy!“ (sic!)

Besonders auf die Nerven gegangen ist mir auch der deutsche Polizeibeamte, der mir – nach Auspacken meines Reisepasses aus der Alufolie, Stichwort biometrische Pässe erstmal anfing blöde Fragen zu stellen. Wohin denn die Reise ginge, was ich denn in Japan machen würde usw. usw. Wie gesagt: Bei der Ausreise!

Ich war ja bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in meinem Leben geflogen und war daher etwas nervös vor dem Start, kann aber jetzt nur sagen, daß Fliegen unheimlich viel Spaß macht. Wenn ich mal die Chance in meinem Leben bekomme, in einer Extra mitzufliegen, werde ich das auf jeden Fall tun.

Der Flug war mit einer japanischen Fluggesellschaft und ich war wirklich erstaunt, daß es so große Japanerinnen in echt gibt, ich schätze die drei Stewardessen so auf ca. 1,85m. (ja, einzeln, nicht alle drei zusammen!)

Die drei sahen natürlich aus wie vom Titelblatt der Vogue und schafften es sogar nach 10 Stunden Flug immer noch so zu lächeln wie kurz nach dem Start. Ich schätze so einen Arbeitstag einer Stewardess auf insgesamt ca. 15 Studen. Ich war nach den 12 Stunden Flug schon völlig k.o. und war nicht die ganze Zeit im Flugzeug rumgerannt um Essen zu servieren, Getränke zu verteilen usw. Meinen höchster Resepkt zollt dieser Berufsgruppe.

Nicht erwähnenswert ist, daß mein Bereich natürlich vom einzigen schwulen Steward an Bord bedient wurde.

Von Tokyo ging es dann weiter mit einer CRJ100 in Richtung Flughafen in der Nähe von K-Stadt. Das Wetter war allerdings derartig schlecht, daß schon vor Start angekündigt wurde, daß man möglicherweise nicht landen könne und ggf. nach Tokyo zurückfliegen werde. Der Pilot schaffte es dann aber wider Erwarten, den Vogel beim ersten Landeversuch runterzubringen, so daß mir eine noch längere Reise erspart blieb. Erstaunlicherweise hat das Fliegen in dem kleinen Ding und bei Unwetter noch mehr Spaß gemacht als in der 747.

Zur Uni kann ich bisher nur sagen, daß scheinbar der Bau folgendermaßen vor sich ging:
Minister A: Hm, wie wär’s, wenn wir mal ne neue Uni bauen?
B: Tja, aber wo?
A: Schauen Sie mal hier, das ist ein riesiger Wald. Wie wäre es, wenn wir da direkt in die Mitte des Waldes eine Uni hinsetzen?!
B: Ja aber das ist ja eine hervorragende Idee!

Will sagen: Das ist hier etwas am AdW. In den Studentenwohnheimen wohnen daher auch fast nur Ausländer. Die Japaner wohnen Off-Campus und haben meistens ein Auto – und insbesondere ist es hier ein bisschen Ghettomäßig. Manche Ausländer haben auch eine Einstellung zum Leben hier, die mir gelinde gesagt etwa auf den Sack geht. z.B. ein mäßiges Interesse am Lernen der japanischen Sprache, Grüppchenbildung unter den Nationalitäten, insbesondere der Chinesen… klingt jetzt vielleicht etwas rassistisch, ist nicht so gemeint – kenne ich aber alles noch aus dem Wohnheim in Charles-City und ging mir da schon auf die Nerven.

Somit ist auch schon das nächste Projekt geplant: Umzug nach K-Stadt und dann jeweils morgens und abends ca. 45 Minuten pendeln. Mal sehen, ob ich das so mit meinem Japanisch auf die Reihe kriege, aber wenigestens habe ich ja ein wenig Support & Vitamin B durch die hzB – obwohl diese ja zur Zeit in M. residiert…

PS: Ich werde bald mal ein Glossar der verwendeten Abkürzungen bereitstellen. Außerdem ein Fotoalbum, sobald ich ein Fotohandy habe.
Für jetzt:

hzB: „handzurrende Begleitung“ aka HAL (Herzallerliebste) aka Freundin, den Begriff hzB schamlos geklaut bei BigAl’s
Charles Town: Die frühere Residenz meinerseits
K-Stadt: Die nächstgelegende größere Stadt hier

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3 Antworten to “Angekommen”

  1. Stefan 'Kucki' Kuklik Says:

    Hi D- San.

    Ja Japan ist schon was besonderes. Ich freue mich schon weitere Blogeinträge zu lesen.

    Meine Reisedaten habe ich Dir per eMail geschickt. Wir sehen uns dann in Osaka.

    Gruß

    /Kucki

    //edit by D: Bitte keine Realnamen 🙂

  2. Nijosch Says:

    Sehr schön geschrieben, der Trip hat ja schon gut angefangen! Bin schon ganz gespannt auf Fotos…

  3. shape Says:

    Hey, cool, dass Du mit dem Bloggen angefangen hast!
    War sehr amüsant zu lesen! Besonders den Seemann und den schwulen Steward fand ich cool :-))
    Werde regelmässig lesen!

    Bis dahin viele Grüße und Gratulation zum erfolgreichen Ankommen,
    shape

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